10th British Shorts Film Festival in Berlin vom 12.-18. Januar

Vielleicht geht es Dir ja wie mir und Du zählst schon die Tage bis zur Berlinale (PS: die Mühe kannste Dir sparen: es sind noch genau 30!). Bis dahin gibt es zum Glück noch ein anderes Filmfestival, und das ist alles andere als ein Lückenbüßer. Das Berliner Kurzfilmfestival British Shorts beweist in seinem zehnten Jahr erneut, welch immenses cineastisches Talent auf der Insel vorhanden ist.

Vom 12. bis 18. Januar 2017 werden die besten aktuellen Kurzfilme aus Großbritannien und Irland gezeigt. 200 Filme, 7 Tage, 5 Spielstätten – und jede Menge Parties! Ich könnte hier noch ewig schwärmen, doch ich habe mir gedacht, ich frage mal einen, der sich so richtig damit auskennt. Co-Veranstalter und Kurzfilmfan Jürgen Fehrmann erzählt Euch, worauf Ihr Euch freuen könnt und warum britische Kurzfilme so gut sind.

The Fan Girl ©British Shorts

The Fan Girl
©British Shorts

Jürgen, Was erwartet uns besonderes zur 10. Jubiläumsausgabe der British Shorts?

Viel, … sehr viel! Wir sehen uns ja nicht unbedingt als hochprofessionelle Festivalmacher im Fulltime-Job. Wir möchten einfach nur ein Festival so machen, wie wir es uns als Festivalbesucher immer gewünscht haben. Das bedeutet: bei uns kann man natürlich jede Menge aktuelle Kurzfilme aus Großbritannien und Irland schauen – alle Genres von Comedy, Drama, Animation, Dokumentarfilm, Kostümfilm, Thriller, Experimentalfilm bis Musikvideo sind dabei. Man kann aber danach auch bleiben, sich ein Konzert (dieses Jahr u.a. mit DENA) oder eine Ausstellung anschauen, beim Workshop selber Filme drehen oder einfach Party machen. Filmemacher werden anreisen, um mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen und es gibt ein Open Screening, bei dem auch lokale Filmemacher spontan ihre Werke zeigen dürfen. Zu den besonderen Highlights zählen dieses Jahr außerdem die Retrospektive-Vorstellungen. Da werden zum einen ganz frühe Filme von aktuellen Regie-Superstars wie Andrea Arnold („American Honey“), Christopher Nolan („Memento“, The Dark Knight“), Stephen Frears („High Fidelity“), Ridley Scott („Blade Runner“) und vielen weiteren gezeigt. Zum anderen blicken wir auf zehn Jahre Festival zurück und präsentieren alle preisgekrönten Filme der „British Shorts“-Geschichte – sowohl die Publikumspreis-Sieger als auch die Favoriten der jeweiligen Jurys. Und in einem weiteren Special Screening sind – für die Hartgesottenen – in der Sektion Midnight Movies 2007-2016 die besten Horrorfilme zu sehen.

Was macht das Medium Kurzfilm für Dich so attraktiv?

Ich war früher, als ich mich noch nicht so sehr mit dem Medium beschäftigt hatte, gar nicht unbedingt Kurzfilm-Fan. Es lief mir immer viel zu oft ziemlich inhaltsarm auf eine Schlusspointe hinaus, wie bei einem abgefilmten Sketch. Inzwischen habe ich aber natürlich jede Menge innovative Gegenbeispiele gesehen. Am Kurzfilm ist reizvoll, dass er die perfekte Spielwiese für kreative Ideen ist. Dinge sind einfach und schnell ohne viel Budget umsetzbar und man kann auch mal rumspinnen. Naja, … und bei einem Kurzfilmfestival ist es natürlich auch von Vorteil, dass – wenn einem mal ein Film nicht so gefällt – das Ende immer nahe ist und der nächste Film kommt.

Der lustigste Kurzfilm, den Du je gesehen hast?

Diese Frage zu beantworten ist für mich – und wahrscheinlich für alle im Team – völlig unmöglich. Aber es gibt Filme, die uns immer wieder zum Lachen bringen. Dazu gehört sicher Cool Unicorn Bruv von Ninian Doff. Der wurde vermutlich eigentlich eher für die virale Welt im Internet produziert. Als wir ihn aber vor ein paar Jahren bei uns im Programm hatten, hat er auch im Kino sehr gut funktioniert.

"Cool Unicorn Bruv" // Short film from Ninian Doff on Vimeo.

…und der kurioseste oder abgefahrenste?

Dazu fällt mir – im Gegensatz zur Frage nach dem lustigsten Film – erstmal nur einer ein: „Bobby Yeah“ von Robert Morgan. Sowas grausig-seltsam Abgefahrenes, was trotzdem aber irgendwie auch liebevoll ist, hatte ich vorher noch nicht gesehen. Mit dem Film haben wir eventuell ein paar Kinobesucher verstört, und die Jury gleich dazu. Aber keine Sorge: Etwas derart Durchgeknalltes wie „Bobby Yeah“ läuft dann eher in der Midnight Movies Sektion (am Festival-Samstag um Mitternacht). In den anderen Vorstellungen gibt es Kurzfilme aller Genres – oft auch mit bekannten Gesichtern des britischen und irischen Kinos zu sehen (Judi Dench, Michael Fassbender, Martin Freeman, Edward Hogg, Rosamund Pike, Bill Nighty und viele viele andere sind oder waren bei British Shorts mit Kurzfilmen im Programm).

Wie kam es eigentlich damals zur Gründung von British Shorts?

Das Festival ist aus einem unabhängigen Filmclub namens Lichtspielklub hervorgegangen. Dort haben wir in einem kellerähnlichen Galerieraum Filme gezeigt, die sonst nirgends zu sehen waren. Auch da haben wir schon versucht, das ganze nicht nur auf’s Filmkucken zu reduzieren. Es gab Film-Live-Vertonungen von DJs oder Bands und vieles mehr. Eine der „British Shorts“-Mitgründerinnen studierte zu der Zeit Film in England. Aus zwei Filmabenden mit Kurzfilmen ihrer Hochschule ist dann das Festival hervorgegangen und jedes Jahr größer geworden.

Was sollten wir sonst noch wissen?

Eigentlich nichts, außer: Kommt vorbei! Wenn das Programm steht sind wir natürlich aufgeregt und gespannt, wie das Publikum auf die Filme reagiert, die wir nach monatelangem Sichten ausgewählt haben. Tickets kann man sich für die meisten Festival-Kinos bequem vorher im Internet kaufen, aber auch bei den Vorstellungen sind immer noch welche zu haben. Allerdings empfiehlt es sich dann bei den Vorstellungen in den kleineren Kinos, ein bisschen eher zu kommen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Gewinne 1×2 Freikarten für ein großes Prime-Time-Festivalscreening im City Kino Wedding am 13. oder 14.1.2017

The Chop © British Shorts

The Chop
© British Shorts

Um in den Lostopf zu gelangen, beantworte mir bitte folgende Frage: Warum sollst genau DU die Tickets gewinnen – und wen nimmst Du mit ins Kino? Kommentiere direkt hier in den Kommentaren, bei Facebook oder bei Instagram bis heute um Mitternacht. Bitte lies‘ Dir auch die Allgemeinen Teilnahmebedingungen durch.

© British Shorts

© British Shorts

British Shorts
10. Lichtspielklub Kurzfilmfestival
12.-18.01.2017

Programm
Rahmenprogramm
Adressen & Tickets
www.britishshorts.de

Die Tickets für das 10th British Shorts Film Festival sind vergeben – vielen Dank für die Teilnahme!

5 Kommentare

  1. Hannah Reiners

    Ja…warum gerade ich? Weil ich letztes Jahr auch schon da war, und meine anglophile Familie zu Hause in NRW sehr neidisch war und sein wird!
    Außerdem freuen sich meine Freundinnen Nadine und Caro, wenn wir uns zu dritt einen Eintritt teilen können 🙂

    LG
    Hannah

  2. Das klingt mal nach ganz was anderes. Und ‚was Anderes‘ ist natürlich einer meiner guten Vorsätze für das Jahr 2017.

  3. Katharina

    Ich war letztes Jahr nicht dabei, aber das Jahr davor. Nicht alles hat meinen Geschmack getroffen – die Leute dort sind aber wirklich toll und man trifft auch mal einen Engländer ;D

  4. sansanberlin

    Vielen Dank für Eure Teilnahme! Das Gewinnspiel ist beendet, über die Tickets freuen darf sich: Hannah! Bitte schau‘ in Deine Mails.

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