Pancake Day 2017: So feiern die Briten den Faschingsdienstag (mit original britischem Pfannkuchenrezept)

Pancake mit Zitrone

Zum Karneval nach Großbritannien? Exotische Kostüme, Samba und Party auf Londons Straßen? Guter Plan, aber dafür musst Du dich noch eine ganze Weile gedulden: der berühmte Notting Hill Carnival nach Vorbild des Karnevals in Rio findet erst im Spätsommer statt. Denn, auch wenn die Briten angeblich nie zu frieren scheinen: es tanzt sich auch auf englischen Straßen bei wärmeren Temperaturen eindeutig besser. Während die dreitägige Open-Air-Sause jedes Jahr Ende August Tausende von Touristen nach London lockt, gibt es eine weitere Faschingstradition, die außerhalb des Vereinigten Königreichs nur wenigen bekannt ist. Der „Shrove Tuesday,“

der dieses Jahr auf den 28. Februar fällt, steht ganz im Zeichen des Pfannkuchens. Warum es in Großbritannien einen Pancake Day gibt, wie die Briten Fasching feiern und was es mit einem Pancake Race auf sich hat – das alles erfährst Du jetzt und hier. Und ein Rezept für original britische Pfannkuchen gibt’s obendrauf!

Pancake Day: heidnische und christliche Ursprünge

Der Pancake Day wird am Faschingsdienstag, also am Tag vor Aschermittwoch gefeiert, und das schon seit Jahrhunderten. Vor der Fastenzeit, die mit Aschermittwoch beginnt, wollte man reichhaltige Nahrungsvorräte wie Milch oder Butter aufbrauchen und sich nochmal so richtig satt futtern. Der Eierpfannkuchen bot dafür die beste Gelegenheit: süß, gehaltvoll – also fast schon eine Sünde. Der „Shrove Tuesday“, wie der Pancake Day offiziell heißt, ist also untrennbar mit dem Christentum un der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern verbunden. Allerdings wird ein noch viel älter, heidnischer Ursprung vermutet. Die runde Form des Pfannkuchens gilt als Symbol für die Sonne, der Pancake Day als Begrüßung des beginnenden Frühlings.

So feiern die Briten den Pancake Day

Zunächst einmal wird der Pancake Day zu Hause gefeiert, am heimischen Esstisch. Egal wen meiner britischen Freunde ich gefragt habe: Der Pancake Day ist für alle eine Institution. Siobhán ist die Tochter einer Schottin und eines Engländers – den Shrove Tuesday feiert sie, seitdem sie denken kann. Meist bekommen ihre Pfannkuchen das traditionelle Topping aus Zucker und Zitrone. Ausnahmen bestätigen die Regel: „Einmal fiel der Pancake Day auf meinen Geburtstag, da gab es ausnahmsweise mal Schokolade und Banane.“ Minko aus London kann sich einen Shrove Tuesday ohne den Klassiker „Lemon & sugar“ nicht vorstellen „jeder, den ich kenne, feiert den Pancake Day.“ Ailis hätte fast vergessen, dass bald wieder Pancake Day ist, obwohl sie Pfannkuchen über alles liebt. Vor allem zu ihren Uni-Zeiten gab’s Pfannkuchen satt – da wurde es mit dem Datum auch nicht immer so genau genommen. Bevor sie sich an die süßen Eierkuchen wagt, muss es allerdings erst etwas Pikantes sein: Chili Cheese, Pilze mit Käse oder Sour Cream.

Pancake Race – der schnellste Pfannkuchen gewinnt

Pancake race in Olney/Buckinghamshire ©VisitBritain

Pancake race in Olney/Buckinghamshire ©VisitBritain

Neben den Pfannkuchen, die ihre Großeltern am Pancake Day zubereiteten, erinnert sich meine Freundin Joanna an die „Pancake Races“ in ihrer Kindheit in Somerset. Die Regeln sind einfach ganz einfach: loslaufen und der schnellste gewinnt. Natürlich gibt es dabei ein kleines Hindernis in Form einer Pfanne, in der sich ein Pfannkuchen befindet – und der während des Rennens möglichst mehrfach gewendet werden sollte. Und auch darum rankt sich eine Legende: Im 15. Jahrhundert war eine Hausfrau etwas spät dran und rannte in die Kirche, um ihre Sünden zu beichten. Weil sie aber auch das Essen für Mann und Kinder rechtzeitig fertig haben wollte, nahm sie die Pfanne mit den Pfannkuchen einfach mit in den Beichtstuhl. Diese Rennen gibt es heute immer noch, das berühmteste findet in Olney in der Grafschaft Buckinghamshire statt.

Rezept: Britische Pfannkuchen für den Pancake Day

Pancake Rezept

Und, auch Hunger bekommen? Dann mach’s wie die Briten und bereite Dir am Shrove Tuesday einen ganzen Pfannkuchenberg zu. Die britischen Pancakes ähneln in Konsistenz und Aussehen sehr dem deutschen Eierkuchen: dicker als ein Crepe, dünner als ein amerikanischer Pancake. Die Zubereitung ist denkbar einfach – und das mit dem „flipping“ klappt nach etwas Übung dann auch.

Zutaten:

110g Gramm Mehl, gesiebt
1 Prise Salz
2 Eier
200ml Milch oder Pflanzenmilch
50g Butter, geschmolzen

Toppings:

Zucker
Zitrone

Zubereitung:

Das Mehl mit dem Salz in eine große Schüssel sieben. Mit den Händen eine Mulde in der Mitte schaffen und die Eier hinzugeben. Alles mit einem Holzlöffel umrühren.
Nach und nach die Milch hinzufügen und weiter umrühren. Keine Angst vor Klümpchen – die verschwinden irgendwann.
Wenn die Mischung schön flüssig ist und eine cremimige Konsistenz hat, die zuvor geschmolzene und abgekühlte Butter dazugeben.

Eine beschichtete Pfanne mit etwas Butter auswischen und einen großen Löffel der Teigmischung hineingeben. Nach ungefähr einer halben Minute, wenn der Teig gerade trocken geworden ist, den Pfannkuchen einmal umdrehen. In ein paar wenigen Sekunden ist er dann auch schon fertig, der perfekte Pancake. Am besten noch einmal „flippen“ – wenn er eine goldbraune Färbung hat, ist er verzehrfertig.

Belegen kannst Du Deinen Pancake mit allem möglichen, so wie man das bei uns von den Eierpfannkuchen auch kennt. Das traditionelle, britische Topping ist Zucker mit Zitronensaft. Probier’s mal aus, es schmeckt einfach himmlisch. Ein Schelm, wer dabei an Sünde denkt.

So, ich hoffe, Du hast jetzt Hunger bekommen. Wie isst Du Deine Pfannkuchen am liebsten? Und warst Du vielleicht schonmal zum Karneval oder Shrove Tuesday in Großbritannien? Ich bin gespannt auf Deine Geschichten!

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