Wintersonnenwende in Großbritannien – Mystische Rituale zum kürzesten Tag des Jahres

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Am 21.12. ist Wintersonnenwende in Großbritannien sowie auf der restlichen Nordhalbkugel der Erde. An diesem Tag erreicht die Sonne ihren mittäglichen Niedrigststand des Jahres. So haben wir die längste Nacht und den kürzesten Tag des Jahres. Wie die „winter solstice“ in Großbritannien gefeiert wird und wo es besonders mystisch ist.

Wintersonnenwende – was ist das?

Die Wintersonnenwende ist auch Thomasnacht bekannt und findet jedes Jahr am 21. bzw. 22. Dezember statt. Auf der Nordhalbkugel der Erde freuen sich viele Menschen besonders auf dieses Datum, was einen ziemlich lapidaren Grund hat: Nach dem kürzesten Tag des Jahres geht es danach nämlich endlich wieder aufwärts: wir bewegen uns in Riesenschritten auf den nahenden Frühling zu. Ursprünglich haben die Feierlichkeiten zur Wintersonnenwende einen heidnischen oder paganischen Hintergrund. Schon immer war das Fest der Wintersonnenwende mit religiösen und mystischen Elementen verbunden. Davon zeugen auch heute noch Relikte und Funde, wie zum Beispiel die Himmelsscheibe in Nebra in Sachsen-Anhalt oder Steinkreise germanischer Völker.

So wird die Wintersonnenwende in Großbritannien gefeiert

Thomasnacht in der englischen Kirche

In der anglikanischen wie auch in der evangelischen Kirche wird aus der heidnischen Wintersonnenwende die christliche Thomasnacht. Thomas war einer der zwölf Jünger Jesu, auch bekannt als „der ungläubige Thomas.“ Denn dieser zweifelte an der Auferstehung seines Herrn, und glaubte es erst, als er seine Finger in die Wunden des Wiederauferstandenen legt. Deshalb wurde ihm später im Kirchenbrauchtum die längste Nacht des Jahres zugesprochen. In England existierte früher der Brauch des „Thomassing,“ der entweder von Kindern oder alten Frauen aus ärmlichen Verhältnissen ausgeübt wurde. Das Brauchtum erlaubte es den Menschen, am Tag der Thomasnacht von Tür zu Tür zu gehen, um nach milden Gaben für das Weihnachtsfest zu bitten. In einem englischen Weihnachtslied ist diese Sitte beschrieben:

„Christmas is coming and the geese are getting fat, Please spare a penny for the old man’s hat, If you haven’t got apenny, a ha’penny will do, If you haven’t got a ha’penny, God bless you“ (Quelle: Edwin Muir, schottischer Poet, The Free Dictionary by Farlex)

Anstatt von Geld erhielten die Bittsteller oft weihnachtliches Gebäck, Süßigkeiten und Desserts wie ein Stück vom köstlichen Christmas Pudding. Während der Brauchtum des „St. Thomas-Day“-Bettelns im 18. und 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt hatte, wurde er bereits im frühen 20. Jahrhundert kaum noch gepflegt.

Wintersonnenwende in Stonehenge

Kaum ein Ort ist mit der Wintersonnenwende in Großbritannien und überhaupt so stark verbunden wie das mystische Stonehenge. Es wird vermutet, dass das Steindenkmal im englischen Wiltshire sogar nur aus diesem Anlass errichtet wurde – als heilige Stätte für den Tag der Wintersonnenwende. Auch heute noch findet jedes Jahr am 21. bzw. 22. Dezember ein Event zur Wintersonnenwende in Stonehenge statt. Jahr für Jahr begeben sich Tausende von Menschen an den geheimnisvollen Ort, um zu singen, zu tanzen und zu feiern. Los geht es um kurz nach 8 Uhr früh mit dem Sonnenaufgang, wo der Chefdruide die Feierlichkeiten zur Wintersonnenwende offiziell eröffnet. Da sich das Spektakel immer größer Beliebtheit erfreut, und Tausende Menschen diesen besondern Tag gemeinsam feiern wollen, sollte man sich rechtzeitig darüber informieren, zum Beispiel auf der Seite des English Heritage.

Sommersonnenwende in Stonehenge

Wie auch zur Winterwende findet auch ein Ritual zur Sommersonnenwende in Stonehenge statt. Die Sommersonnenwende wird am längsten Tag des Jahres, am 21. Juli begangen.

Informationen zu Stonehenge

Stonehenge liegt in Südengland, nahe der Stadt Amesbury in der Grafschaft Wiltshire. Die Fahrt mit dem Auto oder Bus von London dauert ca. zweieinhalb Stunden, die Stadt Bath ist ungefähr eine Fahrtstunde entfernt. Am einfachsten ist eine Fahrt mit dem Zug nach Salesbury, von wo aus Du den Stonehenge Tour Bus nehmen kannst. Eintrittskarten für Stonehenge kosten für Erwachsene 16,50 britische Pfund, für Kinder 9,90 britische Pfund. Es empfielt sich, die Tickets im Voraus online zu bestellen.

Mehr Infos zu Deinem Besuch in Stonehenge findest Du auf der Website des English Heritage.

2 Kommentare

  1. Liebe Sandra,

    ich gehöre auch zu den Menschen, die sich freuen, dass es von nun an wieder längere Tage gibt.
    In Stonehenge war ich noch nie. Ich stelle es mir aber als einen faszinierenden Ort vor, den ich gerne mal besuchen möchte.

    Liebe Grüße
    Gina

    • sansanberlin

      Ja, es ist echt toll dort, allerdings oft auch ziemlich überlaufen. Aber es lohnt sich dennoch – einfach mystisch!

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