Kategorie: Travel

Echte Insidertipps für Reisen nach Großbritannien. Reiseberichte und Reisetipps für England, Schottland und Wales. Die schönsten Orte für Urlaub in Großbritannien für Individualreisende.

Insider-Tipps für Bristol und Somerset

Insider Tipps für Bristol und Umgebung

Kate Fish lebt seit 2008 – mit kleinen Unterbrechungen – im englischen Bristol. Auf A decent Cup of Tea verrät sie ihre Tipps für Reisen und Ausflüge in ihrer Wahlheimat.

Ein Gastbeitrag von Kate Fish

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Als Ossi hatte ich kein Englisch in der Schule gelernt und England selbst war mir immer suspekt mit seiner Monarchie. 2008 bekam ich dann einen Job in Bristol, habe mich in die Stadt und die Menschen hier verliebt und bin geblieben. Sogar meinen Namen habe ich für die Engländer geändert in Kate Fish, da Katja von ihnen weder korrekt ausgesprochen, noch geschrieben werden kann. Seither ist genügend Zeit vergangen, um Bristol und die Region Somerset zu erkunden. Nach Sandras Wales Wednesday und Constanzes Midlands Monday hier nun mein Somerset Sunday.

Bristol in einem Satz würde bei mir so klingen: Die zweitteuerste und zweitlebenswerteste Stadt in England (nach London) nennt sich nicht umsonst Grafittihauptstadt der Welt und Umwelthauptstadt Europas (2015), sondern bietet mit unzähligen kulturellen Möglichkeiten, über 400 Gärten und Parkanlagen und einer multikulti Bevölkerung von ~500.00 Menschen, alles was das Herz begehrt.

Graffiti Bristol
Graffiti in Bristol. Foto: Kate Fish

Lange Zeit habe ich meine Wahlheimat Bristol und die Umgebung mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkundet. Ich hatte einfach kein Auto, brauchte es in der Stadt auch nicht und der Linksverkehr war auch nicht ohne. Die Doppeldeckerbusse geben dir eine tolle Übersicht und Bristol ist eine wunderschöne Stadt, deren wichtigste Sehenswürdigkeiten sich problemlos zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden lassen.

So sieht mein Besucherprogram für meine deutschen Freunde und Familie aus

Bristol

Am ersten Tag galt es die big five in Bristol zu entdecken. Dazu gehören für mich die SS Great Britain, die Clifton Suspension Bridge, die Hafengegend, mindestens ein Park und natürlich die Altstadt mit der Kathedrale.

Bristol SS Great Britain
Bristol SS Great Britain. Foto: Kate Fish

Eine Führung auf der SS Great Britain lasse ich nie aus, wenn mein Besuch das erste Mal in Bristol ist. Als die SS Great Britain 1843 hier in Bristol gebaut wurde, war sie der größte und modernste Ozeandampfer weltweit. Auf der Tour kannst du nicht nur in die Kabinen von Passagieren der 1. und 3. Klasse schauen, sondern auch in Arztkabine, Küche und Speisesaal schauen. Überall empfangen dich authentische Gerüche und Geräusche. Danach sind meine Besucher beeindruckt von der Ingenieurleistung, aber auch froh nicht mit diesem Schiff nach Australien reisen zu müssen. Die offizielle Webseite der SS Great Britain ist leider nur in Englisch zu haben.

Bristol’s berühmtestes Wahrzeichen ist jedoch die 1864 eröffnete Clifton Suspension Bridge. Diese Hängebrücke beeindruckt nicht nur durch ihre Stahlketten und riesige Pfeiler, sondern auch, weil du zu Fuß 75m über dem Fluss Avon einen unglaublich weiten Blick über die Stadt hast. Für Autos ist die Brücke zollpflichtig.

Ganz nebenbei gibt es an diesem Tag in Bristol viele Graffitis zu sehen, auch einige von Banksy, dem berühmtesten Straßenkünstler Bristols.

Das berühmte Banksy-Graffiti in Bristol
Das berühmte Banksy-Graffiti in Bristol. Foto: Kate Fish

Wells

Am zweiten Tag gilt es dann die Umgebung von Bristol zu erkunden. Wells, die zweitkleinste Stadt Englands (nach London City), hat nichts mit Wales zu tun, dem Staat in Großbritannien der seine eigene Sprache hat und den Sandra so liebt. Nein, Wells ist ein kleines Städtchen mit einer beeindruckenden wunderschöne Kathedrale aus dem Mittelalter. Einen Besuch auch des Inneren solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen.

Wells Kathedrale
Wells Kathedrale. Foto: Kate Fish

Hier noch ein Tipp: Direkt neben der Kathedrale liegt die älteste durchgehend besiedelte Straße Europas. Die aus dem 14 Jh. stammende erste Reihenhaussiedlung Großbritanniens strahlt einfach eine gemütliche Atmosphäre aus. Maximal eine Stunde plane ich für Wells, was oft sehr knapp ist. Dann werden es auch schon einmal drei Stunden. Der nächste Punkt auf der kleinen Rundreise um Bristol ist aber nicht weniger spannend. Cheddar Gorge steht auf dem Programm.

Vicars Close
Vicars Close. Foto: Kate Fish

Cheddar

Hier kannst du den einzigen originalen Cheddar probieren und auch zusehen, wie er produziert wird. In den umliegenden Höhlen wird er gelagert. Viele Leute bleiben dann in dem sehr touristischen kleinen Ort stecken, gehen einen Cream Tea trinken oder einfach Souvenirs bummeln. Ich führe meine Besucher dann auf den Rundweg des National Trust, der aus der Schlucht heraus führt und einen besonderen Blick in die grüne Landschaft erlaubt. Meistens reicht die Zeit nicht für den kompletten Rundweg, aber einmal auf den Berg klettern und diese weite Sicht genießen, das ist schon ganz was besonderes. Besonders wenn du von oben in diese Schlucht, die du hier gar nicht erwartest guckst.

Cheddar
Cheddar. Foto: Kate Fish

Zum Abschluß meiner Tour in die unmittelbare Umgebung Bristols geht es noch ans Meer. Na ja, es ist der Bristol Channel, also die extrem breite Flussmündung des Severn. Du kannst nicht in England gewesen sein, ohne wenigstens einen Abstecher an die Küste zu machen.

Seaside in der Nähe von Bristol

Weston-super-Mare hat alles was zu einer typische englischen Küstenstadt gehört: eine Strandpromenade zum Flanieren, eine Seebrücke (Pier) mit Vergnügungsbuden und natürlich Strand und Wasser. Auch wenn das Wasser hier meistens braun ist und bei Ebbe sehr weit weg, ist es an der See doch immer wieder schön.

Weston-super-Mare
Weston-super-Mare. Foto: Kate Fish

Als Alternative zu Weston-super-Mare kann ich meine Besucher auch nach Clevedon oder Portishead ans Wasser entführen. Clevedon hat eine noch schönere Seebrücke und wunderschöne Natur sobald man aus der Flaniermeile heraus ist. Portishead hat eine ganz moderne Architektur um einen schönen Yachthafen herum.

Dann geht es einfach wieder zurück nach Bristol und meine Gäste haben so viele neue Eindrücke bekommen, dass wir meist nicht mehr lange im Pub bei Fish and Chips oder einen klassischen Pie verweilen. Natürlich ist ein Tag nicht genug, um die schöne Region Somerset zu erkunden. Was muss sich dabei auslassen? Wenn meine Besucher noch etwas mehr Zeit mitbringen, stehen noch Glastonbury, das Westonbirt Arboretum und natürlich Bath auf dem Programm.

Glastonbury

Glastonbury ist definitiv anders als andere englische Städte. Es hat etwas mystisches mit seinen Legenden um den heiligen Gral, den Josef von Arimathäa hierher gebracht haben soll. Dazu gehört auch ein heiliger Dornenbusch, der aus dem Wanderstab Josefs innerhalb einer Nacht erblüht ist. Jesus selbst soll als Kind bis hierher gereist sein. Glastonbury erhebt den Anspruch das sagenhafte Avalon zu sein und König Arthus Grab wird hier vermutet.

Kein Wunder, dass es hier in den Läden von Amuletten, Zauberstäben, Heilmineralien und Runen wimmelt und dir Wahrsager und Druiden begegnen. Da vergeht die Zeit wie im Fluge.

Die meistbesuchte Quelle Großbritanniens “Chalice Well” bringt nicht nur seit 2000 Jahren 100000 L Wasser am Tag hervor, sondern ist der Legende nach durch das Blut Christi rot gefärbt. Der kleine friedliche Garten um diese Quelle, ist ein schöner Platz zum Ausruhen von dem ganzen Trubel der Stadt.

Ich fahre mit meinen Besuchern gerne nach Glastonbury, um auf das Glastonbury Tor zu klettern. Von dem aus hast du einen wunderbaren Blick auf die schöne grüne Landschaft von Somerset. Glastonbury Tor heißt dieser ganze Hügel, der tatsächlich in ganz früher Zeit als Insel aus flachem Wasser ragte. Oben befindet sich das Überbleibsel einer mittelalterlichen Kirche, das für uns wie ein Tor aussieht und nicht weniger mystisch wirkt als die Stadt.

Glastonbury Tor
Glastonbury Tor. Foto: Kate Fish

Was ich auf jeden Fall meide ist Englands größtes Musikfestival, das Glastonbury Festival, jedes Jahr im Juni. 200000 Leute kommen da zusammen und Karten kosten um die 250 Pfund.

Westonbirt Arboretum

Wenn die Zeit es erlaubt entführe ich meine Besuchern ins Westonbirt Arboretum. Das ist, obwohl es nicht nach Somerset, sondern nach Goucestershire gehört, mein kleiner Geheimtipp für Liebhaber englischer Gärten. Westonbirt Arboretum besteht aus ca. 15000 Bäumen in 2500 verschiedenen z.T. sehr exotischen Baumarten. Englische Gartenkunst begeistert, weil sich dir ein neuer wunderschöner Blick bietet, sobald du auf deinem deinem Weg um eine Ecke biegst.

Für Fotografen ist das das Paradies schlechthin und zwar zu jeder Jahreszeit. Selbst im Winter, wenn nur die Baumsilhouetten zu sehen sind, werden sie mit Lichtern geschmückt und das light Festival im Westonbirt Arboretum ist oft schon am Anfang des Jahres ausverkauft. Im Frühjahr begeistern die blühenden Magnolien und im Herbst die Ahornbäume mit ihrer roten Farbenpracht.

Westonbirt Arboretum
Westonbirt Arboretum. Foto: Kate Fish

Wenn meine Besucher eher Stadtmenschen sind oder viel Zeit mit bringen, fahre ich mit ihnen nach Bath.

Bath

Das ist ein “must see” auf meiner Liste für deutsche Touristen. Nicht nur hat es eine seit Römerzeiten genutzte heiße Quelle, sondern auch eine schöne Kathedrale und eine im italienischen Stil gebaute Brücke. In Bath lebte Jane Austen, weswegen es ein interessantes Jane Austen Museum gibt. Auch wurde der Uranus aus einem der Gärten eines ganz normalen Reihenhauses entdeckt. Diese Geschichte kannst Du in dem informativen William Herschel Museum näher ansehen.

Bath ist ganz einheitlich aus dem hier vorhandenen Sandstein (Bath stone) erbaut und hat deswegen ein ganz besonderes Flair. Einen typisch englischen Kanal zeige ich hier meinen Besuchern auch. Er geht quasi fast durch die Altstadt. Vielleicht kennst du ja die typischen englischen Narrowboats, die als Transportmittel dienten als es noch keine Eisenbahn gab und heute für entspannte Urlaubstage ausgeliehen werden können.

Mit fotografiebegeisterten Besuchern, die nach dem besonderen Foto Ausschau halten, bleibe ich bis zur blauen Stunde. Da fotografieren wir dann die Pulteney Bridge und das Wehr. Das ist immer ein Hingucker-Foto.

Bath am Fluss Avon
Pulteney Bridge in Bath am Fluss Avon. Foto: Kate Fish

Über die Autorin

Katja Fisch (Kate Fish) liebt ihre Wahlheimat England und besonders Bristol, wo sie seit 2008 wohnt. Sie bekam damals einen Job an der University of Bristol angeboten, den sie nicht ablehnen konnte. Inzwischen hat sie sich als Fotografin selbständig gemacht. Du findest Kate genauso oft in Bristol wie an der schönen englischen Küste, wo ihre Fotowanderreisen hinführen. Wandern und fotografieren gehören für sie einfach zusammen. Ihre Bilder veröffentlicht sie auf Instagram, Facebook und natürlich als Tipp zu Fotolocations oder Fototechniken in ihrem Blog. Kein Wunder, dass Sandra und Kate sich über Instagram kennengelernt haben.

Bristol & Umgebung: Weiterführende Buchtips

DuMont Reisehandbuch Südengland* (Partnerlink)

The Naked Guide to Bristol* (Partnerlink)

The Rough Guide to Bath, Bristol & Somerset* (Partnerlink)

Vis-à-Vis Reiseführer Südengland mit Mini-Kochbuch* (Partnerlink)

Südengland Reiseführer Michael Müller Verlag* (Partnerlink)

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Die schönsten Drehorte in Großbritannien – Interview mit Setjetterin Andrea David

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Die schönsten Drehorte in Großbritannien: von Downton Abbey bis Outlander, Rosamunde Pilcher und Inspector Barnaby: Andrea David von Filmtourismus kennt sie alle. Im Interview verrät sie uns ihre liebsten Drehorte in England und Schottland und verrät Tricks, wie sie die Filmschauplätze aufspürt. Weiterlesen

11 Dinge, die du bestimmt noch nicht über Wales gewusst hast

wales kuriose fakten

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Cowbridge Wales: Sehenswürdigkeiten & Tipps für einen der schönsten Orte in Südwales

cowbridge wales

Der kleine Orte Cowbridge landet jährlich auf den oberen Plätzen der lebenswertesten Städte in Wales, im Jahr 2017 wurde es sogar zur Nummer 1 gekürt. Kein Wunder, denn die Marktgemeinde im Vale of Glamorgan unweit der Hauptstadt Cardiff ist ein absolutes Schmuckstück. Cowbridge ist ideal für einen Stopover beim Roadtrip durch Südwales oder für einen Tagesausflug von Cardiff aus.    Weiterlesen

TOP 5 Cardiff Sehenswürdigkeiten & Tipps für den perfekten Tag in Cardiff

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Sehenswürdigkeiten in Cardiff? Cardiff, die Hauptstadt von Wales, hat auf den ersten Blick nicht ganz so viele Sehenswürdigkeiten wie ihre benachbarten Schwestern Edinburgh oder London. Und, ganz unter uns: bei meinem ersten Cardiff-Besuch hatte ich nicht sofort dieses Wow-Gefühl aufgrund von atemberaubender Schönheit wie ich das bei anderen Städten im Vereinigten Königreich hatte. Das ist aber kein Grund, einen Cardiff-Besuch nicht ganz oben auf deiner Reise-Bucket List zu notieren.

Darum gehört Cardiff auf deine Reise Bucket List

Ganz im Gegenteil: Cardiff ist eine Stadt voller Geschichte, Kunst, Kultur und Kulinarik. Nicht zu vergessen die extrem freundlichen „Cardiffians“ und etliche Möglichkeiten für ausgelassene Abende. Die Nähe zum atemberaubend schönen Brecon Beacons Nationalpark machen Cardiff zum idealen Ausgangspunkt für eine Reise durch Südwales. Mit meinen Tipps für einen perfekten Tag in der walisischen Hauptstadt erlebst du mehr als bloßes Abhaken der Top Sehenswürdigkeiten von Cardiff: du bekommst einen ersten, guten Überblick über die größte Stadt in Wales – ein kleiner Geschmack von Cardiff, der definitiv Lust auf mehr macht.

Top 5 Sehenswürdigkeiten in Cardiff

Der Vollständigkeit halber sollst du natürlich wissen, was die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Cardiff sind. Ich rate dir aber, nicht alle an einem Tag anzuschauen – oder wenn, dann nur von außen. Suche dir zwei, drei davon aus, mit denen du dich ein wenig mehr beschäftigst und für die du dir Zeit lassen kannst. Zu einem perfekten Tag in Cardiff gehören neben den Sehenswürdigkeiten für mich noch viele andere Faktoren dazu: sich treiben lassen, ohne großen Plan von A nach B zu gehen und dabei spannende Dinge zu entdecken, die vielleicht nicht im Reiseführer stehen. Und, ganz nebenbei: die meisten Sehenswürdigkeiten von Cardiff wirst du bei einem Spaziergang durch die Stadt sowieso unweigerlich antreffen, denn sie liegen gar nicht so weit voneinander entfernt.

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Das Cardiff Castle mit der Animal Wall

1. Cardiff Castle: Cardiff Sehenswürdigkeit Nr. 1

Das Cardiff Castle ist ein Muss für jeden Besuch in der walisischen Hauptstadt, denn es liegt nicht nur mitten im Stadtzentrum, sondern ist ein echtes Wahrzeichen für Cardiff: eine mittelalterliche Burg, die im Laufe der Zeit zum neugotischen Herrenhaus im viktorianischen Architekturstil umgebaut wurde. Massiv, beeindruckend und absolut sehenswert!

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Cardiff Castle

Wenn du nur sehr wenig Zeit zur Verfügung hast, kannst du dir das Schloss von allen Seiten von außen ansehen und zudem durch das Haupttor in der einen Blick in den Innenhof erhaschen. Weiter geht es nur mit Eintritt, der mit 13,50 britischen Pfund nicht ganz günstig ist, dafür wird aber eine Menge geboten: Besichtigung des Schlosses und der prachtvollen Gemächer, des Luftschutzbunkers und der „Firing Line“, dem Museum des walisischen Soldaten. Kostenlos dazu gibt es einen Audio Guide sowie einen fantastischen Panoramablick über Cardiff. Wenn du etwas mehr Zeit für das Cardiff Castle mitgebracht hast, lohnt sich die Buchung einer geführten Tour für zusätzliche 3,75 britische Pfund.

Cardiff Castle
Adresse: Castle Street, Cardiff:
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 9-18 Uhr, evtl. andere Öffnungszeiten an den Feiertagen
Eintritt: ab 13.50 britische Pfund
Website Cardiff Castle

2. National Museum Wales & City Hall

Das National Museum in Wales beherbergt eine beeindruckende Kunstsammlung, von Impressionisten über Surrealisten bis hin zu zeitgenössischer Kunst. Hier findest du auch Werke walisischer Künstler. Das National Museum Wales ist aber nicht nur für Kunstliebhaber interessant: hier gibt es hier auch Ausstellungen zu Geologie und Archäologie sowie naturhistorische Exponate. Um den Nationalmuseum in Cardiff also wirklich gerecht zu werden, würde man allein dafür schon einen ganzen Tag benötigen. Weil der Eintritt in das National Museum aber frei ist, lohnt es sich auch für eine Stippvisite.

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Cardiff City hall

Direkt neben dem Museum befindet sich die Cardiff City Hall, die ein schönes Fotomotiv abgibt, für Touristen aber eher uninteressant ist. Es sei denn, du hast vor, in Cardiff zu heiraten oder ein rauschendes Fest abzuhalten – dann kannst du dich in einem der prächtigen Säle der City Hall einmieten.

National Museum Wales
Adresse: Cathays Park
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr, Montags geschlossen
Eintritt frei

3. Wales Millennium Centre & Cardiff Bay

Hatte ich behauptet, dass das Cardiff Castle das Wahrzeichen von Cardiff ist? Mit dem Wales Millennium Centre gibt es für diesen Titel einen ernsthaften Konkurrenten. Der charakteristische Bau aus Eisen und Schiefer wird auch „The Armadillo“ (das Gürteltier) genannt – wenn du dir die Struktur des Gebäudes mal näher anschaust, ist nicht schwer zu erraten, warum. Was kann man in dem modernen Kulturzentrum alles tun? Konzerte und Theaterstücke anschauen, Kaffee trinken, Ausstellungen besuchen und was Kleines essen. Das Wales Millennium Centre liegt in der Cardiff Bay, dem Hafengebiet und ehemaligen Umschlagplatz für Kohle und Stahl. Besonders abends herrscht hier eine tolle Atmosphäre mit dem beleuchteten Millennium Centre und den vielen Möglichkeiten zum Essen und Trinken.

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Cardiff Millennium Centre mit der Spiegelsäule

Norwegian Church

Wenn du an der Cardiff Bay bist, schau mal aufs Wasser und dann nach links. Siehst du die weiße Holzkirche auf einer kleinen Insel vor der Cardiff Bay? Das ist die Norwegian Church, die im 19. Jahrhundert den skandinavischen Seemännern als Gotteshaus diente. Der berühmte walisische Schriftsteller Roald Dahl, Sohn norwegischer Einwanderer, wurde übrigens hier getauft. Heute dient die Kirche unter dem Namen „Norwegian Church Art Centre“ als Kunstzentrum.

Pierhead Building

Ein weiteres, charakteristisches Gebäude an der Cardiff Bay ist das rostrote Pierhead Building. Der neogotische Bau beherbergt die Nationalversammlung von Wales.

Cardiff Bay
Veranstaltungen und Öffnungszeiten des Millennium Centre auf der Website

4. Bute Park

Ein Superlativ, der mir als Liebhaberin von Stadtnatur besonders große Freude macht: Cardiff hat mehr Grünflächen pro Kopf als jede andere Stadt in Europa. Eine mit 53 Hektar besonders imposante Grünfläche ist der Bute Park direkt hinter dem Cardiff Castle. Einst Teil des Schlossarelas ist der Bute Park eine öffentliche Parkanlage, die 2007 für umgerechnet ungefähr 6,5 Millionen Euro renoviert wurde. Der Bute Park eignet sich hervorragend für ausgedehnte Spaziergänge oder Laufrunden, zum Picknicken oder zum Luftholen und Bewundern der Bäume des Arboretums.

Bute Park
Adresse: North Rd, Cardiff CF10 3ER (hinter dem Cardiff Castle)
Öffnungszeiten: täglich 7:30 bis 19:30 (abweichend an Feiertagen)

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Bute Park

5. Viktorianische Arkaden

Cardiff ist die „City of arcades“, die für mich ein Muss auf jeder Sightseeing Tour in Cardiff bedeuten. Viele kleine überdachte Arkaden gibt  es in der walisischen Hauptstadt, viele davon sehr schick und repräsentativ.. Während in vielen anderen europäische Hauptstädte kleine, inhabergeführte Geschäfte großen Ketten weichen mussten, hat Cardiff mit über 100 kleinen, unabhängigen Geschäften und Boutiquen in den Arkaden einen wahren Schatz – ein paar typische Restaurantketten gibt es natürlich dennoch. Eine der bekanntesten Arkaden ist die wunderschöne Wyndham Arcade, die Castle Arcade und die Royal Arcade.

Lies hier mehr zu den viktorianischen Arkaden in Cardiff

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Wyndham Arcade in Cardiff

Cardiff an einem Tag: 24 Stunden in der Hauptstadt von Wales

Mein perfekter Tag in Cardiff ist nur eine Anregung – vielleicht bist du ja eher der Typ, der gerne Stunden im Museum verbringt, Kunst betrachtet oder unbedingt alle Sehenswürdigkeiten sehen möchte. Bei meinen Cardiff Tipps für einen Tag geht es eher darum, einen ersten Eindruck der Stadt und ihres ganz besonderen Charms zu gewinnen – natürlich mit Insider Tipps zum Essen und Trinken in Cardiff. Viel Spaß, oder, wie der Waliser sagt: Cael hwyl!

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Millennium Stadium mit Pierhead Building im Hintergrund

Morgens in Cardiff

Tee trinken bei Waterloo Tea

Wie sollte es auch anders sein: wir starten unseren perfekten Tag in Cardiff mit einer anständigen Tasse Tee. Die bekommst du bei Waterloo Tea in der Wyndham Arcade und schlägst damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: zum einen kannst du hier aus über 60 Teesorten aus Indien, China, Sri Lanka, Taiwan und Japan wählen, zum anderen kannst du dir anschließend die atemberaubend schöne Arkade aus dem Edwardianischen Zeitalter mit ihren kleinen Shops, Cafés und Restaurants und anschauen. Wenn du Teeliebhaber zu Hause hast, bring ihn unbedingt einen Tee mit – ich konnte mich kaum entscheiden bei der Auswahl und habe mir eine Mischung mit grünem Rooibos gekauft.

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Der beste Teeladen in Cardiff: Waterloo Tea

Die Animal Wall suchen am Cardiff Castle

Frisch gestärkt geht es zum Cardiff Castle. Wie oben bereits erwähnt, gehört das Cardiff Castle zu den Top Sehenswürdigkeiten in Cardiff und du solltest es dir unbedingt ansehen – zur Not nur von außen, aber auch wenn du nur eine Stunde zur Verfügung hast, lohnt sich eine Besichtigung des Schlossinnern.

Auf der Schlossmauer zur Seite der Castle Street solltest du nach oben schauen: 15 Tierskulpturen schauen von dort auf dich herunter. William Burges entwarf die Animal Wall für den 3. Marquess of Bute im 19. Jahrhundert. Mein Lieblingsmotiv der denkmalgeschützten Tiermauer ist übrigens der spitzohrige Luchs. wenn du bei ihm vorbeikommst, sag ihm bitte Hallo von mir!

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Mein Lieblingstier an der Animal Wall: der Luchs

Stippvisite im National Museum Wales

Zum National Museum Wales ist es nur ein kurzer Spaziergang vom Cardiff Castle: auch wenn du gemütlich schlenderst, brauchst du kaum mehr als zehn Minuten Fußweg. Da der Eintritt im Nationalmuseum frei ist, brauchst du dich nicht damit zu stressen, möglichst viel darin anzuschauen. Mein Tipp: verpasse nicht die Werke walisischer Künstler des 20. Jahrhunderts, denn wo sonst bekommt man die sonst so gut zu sehen wie hier?

Mittags in Cardiff

Kleines Lunch in der Markthalle von Cardiff

Ich weiß ja nicht, wie dir es geht, aber Schloss- und Museumsbesuche machen zwei Dinge mit mir: sie inspirieren mich – und machen mich hungrig. Auch wenn die Versuchung groß ist, solltest du dem Drang widerstehen, dir ein ausladendes Lunch zu gönnen. Du brauchst nämlich noch etwas Appetit für den späteren Nachmittag (aber dazu nachher mehr). Hungrig bleiben sollst du natürlich dennoch nicht.

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In der Markthalle von Cardiff gibt es jede Menge Auswahl an Essen, Trinken und Krimskrams.

Deswegen empfehle ich einen Besuch in der Markthalle von Cardiff, dem Cardiff Central Market. Hier kannst du an verschiedenen Ständen aus einer Vielzahl an Köstlichkeiten wählen und auch wenn du dich vegan oder vegetarisch ernährst, hast du hier eine große Auswahl. Mein Tipp: ein Eintopf oder ein Salat vom Sage Deli – super Qualität zu einem sehr fairen Preis. In der geschäftigen Markthalle, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, findest du übrigens nicht nur Lebensmittel und Imbissstände, sondern auch Kleidung, Schallplatten und Krimskrams.

Cardiff Central Market
Adresse
Öffnungszeiten

Cardiff Cenral market

Cardiff Central Market

Welsh Cakes zum Dessert

Als Nachtisch solltest du dir unbedingt ein paar Welsh Cakes gönnen – eine Mischung aus Pancakes und Scones, die auf dem heißen Stein gebacken wird. Sehr gutes Welsh Cakes gibt es zum Beispiel bei Cardiff Bakestones im Central Market oder aber auch in der Nähe des Castles bei Fabulous Welshcakes.

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Welshcakes, quasi das walisische Nationalgebäck

Bäume umarmen im Bute Park

Wo wir uns jetzt so schön den Bauch vollgeschlagen haben, können wir uns gerne ein wenig bewegen. Also nix wie ab mit uns in den Bute Park. Dort flanieren wir ein wenig umher und erfreuen uns an den 50 „UK Champion Trees“. Das sind Bäume, die besonders große und prächtige Vertreter ihrer Art sind. Falls du im Herbst in Cardiff bist, ist der Bute Park übrigens der beste Ort für ausgedehntes, farbenfrohes Leaf Peeping!

Zu jeder Jahreszeit toll sind die Eichhörnchen, die sich zahlreich im Bute Park tummeln und ein sehr niedliches Fotomotiv abgeben.

Cream Tea in Cardiff

So viel frische Luft macht Appetit, oder nicht? Also ich könnte schön wieder…. weil ich nicht megahungrig bin, sondern nur einen Jieper auf etwas Süßes habe und ich wirklich dringend meine nächste Ration Tee benötige, ist jetzt der ideale Zeitpunkt für einen Cream Tea. Im Gegensatz zum Afternoon Tea handelt es sich beim Cream Tea um eine kleine süße nachmittägliche Mahlzeit, bestehend aus Scones mit Erdbeermarmelade und Clotted Cream sowie natürlich einer Kanne Tee. Einen sehr schönen Cream Tea bekommst du in den Pettigrew Tea Rooms gleich um die Ecke des Haupteingangs vom Bute Park.

Hier gibt es übrigens auch das bekannte walisische Früchtebrot, Bara Brith zum Tee – sehr köstlich mit Butter!

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Nachmittagstee in den Pettigrew Tea Rooms

Stöbern und Shoppen in den Arkaden

Zeit für ein wenig Shopping. Statt sinnlosem Tourikrams findest du in den wunderschönen Arkaden in Cardiff richtige Schätze. So zum Beispiel in der Morgan Arcade, einer der best erhaltenen und edelsten Arkaden der Stadt – hier gibt es mit Spillers Records den laut Eigenaussage ältesten Plattenladen der Welt, der 1894 zum ersten Mal seine Pforten öffnete. Wenige Meter daneben, in der Royal Arcade, findest du bei Wally’s Delicatessen den besten walisischen Käse, Gin und Whisky – kulinarische Mitbringsel werden von den Daheimgebliebenen sicherlich mit Freude entgegen genommen! Wenn du auf ausgefallene Retro-Klamotten stehst, wirst du bei Hobo’s Vintage Clothing in der High Street Arcade sicher fündig.

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Castle Arcade in Cardiff

Abends in Cardiff

Abendessen im Cardiff Zentrum oder Cardiff Bay

Abends zieht uns die Cardiff Bay magisch an. Das erleuchtete Millennium Centre ist für mich das Nr. 1 Fotomotiv zum Sonnenuntergang bzw. nach Einbruch der Dunkelheit. Lust auf Dinner? Hier am Hafen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie z.B. Bill’s, eine britische Restaurantkette, die für ihre Burger berühmt ist.

Vielleicht essen wir aber doch lieber im Zentrum zu Abend, denn hier gibt es einige weitere interessante Restaurants, die einen Besuch wert sind, wie zum Beispiel Mowgli Street Food, bei dem du auf einer Schaukel sitzen und gleichzeitig indisch essen kannst. Sehr beliebt ist auch the Potted Pig mit seiner modernen britischen Küche und der exzellenten Gin-Auswahl.

Wir entscheiden uns dagegen für Culley’s – ein neues Bar-Restaurant-Konzept in den altehrwürdigen Hallen des The Exchange Gebäudes, in dem einst der Kohlehandel geregelt wurde. Hier gibt es typische Klassiker der walisischen Küche, neu und modern interpretiert.

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Pubfood auf ganz hohem Niveau gibt es bei Culley’s

Aber, Achtung: in Cardiff lohnt es sich immer, vorab einen Platz im Restaurant deiner Wahl zu reservieren. Wir mussten ohne Reservierung ganz schön viele Gaststätten abklappern, bis wir endlich einen Tisch bekommen haben.

Insider Tipp: Sind hier Whovians zugegen? Für Doctor Who-Fans gehört ein Besuch in der Cardiff Bay zum Pflichtprogramm, denn hier befindet sich das Headquarter der Geheimorganisation Torchwood – der Eingang ist gut versteckt und nur Eingeweihten zugänglich. Findest du ihn?

Craft Beer, Karaoke und Bingo

Cardiff war schon immer ein Ort, an dem man gut trinken konnte und die Waliser sind rein recht trinkfestes Völkchen. Neben jeder Menge günstigem „booze“ gibt es aber auch sehr hochwertige alkoholische Getränke. Der Craft Beer Trend ist auch an Cardiff nicht vorbeigegangen und mit Tiny Rebel und Pipes gibt es hier interessante Mikrobrauereien. Wenn du nicht nur über den Hopfengehalt deines Biers philosophieren möchte, sondern Lust auf etwas Action hast, dann bist du im Depot gut aufgehoben: ein wenig Mut antrinken und los geht’s mit den 5 Minuten Ruhm beim Karaoke oder beim Bingo Lingo. Das hat mit dem old-Ladies-Spiel so gut wie nix zu tun sondern ist eine einzige große Party voller Konfetti und wilder Überraschungen. Auch hier gilt: rechtzeitig im Voraus reservieren!

Keine Lust auf Hipster? Es gibt natürlich nicht nur trendige neue Mikrobrauereien in Cardiff. Das traditionelle Bier heißt Brains und es gibt viele Pubs mit Brains-Brauereibindung, wo du in Ruhe dein Ale trinken kannst, wie zum Beispiel The Cambrian Tap. (aber natürlich gibt es mittlerweile auch von Brains das momentan sehr angesagte IPA).

Betthupferl in der Chippy Lane

Alte Anti-Kater Regel: 1. Nicht über den Durst trinken. 2. Wenn du doch über den Durst getrunken hast, dann esse vor dem Schlafengehen noch was schön Fettiges. Das ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht wahrscheinlich blanker Unsinn, aber irgendwie scheint es doch zu funktionieren, auch wenn es nur der Placebo-Effekt ist. In Cardiff geht man zu später Stunde dafür in die „Chippy Lane“, und das tun wir jetzt auch. Die heißt eigentlich Caroline Street, aber wegen der vielen Fastfood-Läden hat man ihr diesen Spitznamen verpasst. Der nächtliche Kultsnack in Cardiff sind daher auch Chips – also Pommes – mit Currysauce! Klingt vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig, ist aber zum richtigen Zeitpunkt eine wahre Wonne. Die schmecken übrigens am besten bei Dorothy’s Fish Bar, einem der ältesten Fish & Chip Shops in Cardiff.

Übernachten in Cardiff – Hoteltipps

Jetzt aber nix wie ab uns Bett mit dir! Wie wäre es zum Beispiel mit einem Zimmer im Holiday Inn* direkt gegenüber des Bute Park und in geringer Laufnähe zum National Museum und Cardiff Castle? Vielleicht magst du es lieber maritim, dann ist das Future Inn Cardiff Bay* eine gute Wahl, oder aber wenn’s etwas intimer und mit Pool sein soll, die BayView Apartments.“ Eine sehr günstige und zentrale Unterkunft nahe Schloss und Innenstadt in Cardiff ist das Mrs Potts Hostel*.

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Alle Wege führen nach Cardiff.

Cardiff: Informationen & Anreise

Der Cardiff Airport ist recht übersichtlich. Von Deutschland aus kommt man z.B. mit KLM günstig  nach Cardiff, meist mit Zwischenhalt in Amsterdam. Vom Flughafen Cardiff kommst du am günstigsten mit dem Bus ins Stadtzentrum – die Linie T9 startet ein paar Meter links vom Ausgang, fährt alle 30 Minuten und die Fahrt ins Stadtinnere kostet gerade mal 5,00 britische Pfund – und ist am Wochenende sogar gratis (da fährt er aber auch seltener – alle Infos hier).

Nach Cardiff mit dem Zug: Von London aus ist man vom Bahnhof Paddington mit dem Zug in unter zwei Stunden in Cardiff.

Cardiff Geld & Währung

Cardiff gehört zum Vereinigten Königreich, deshalb bezahlt man hier mit dem britischen Pfund. Besser als vorher umzutauschen ist es, direkt in Cardiff am Geldautomaten Geld abzuheben (mit Kreditkarte oder EC-Karte.)

Cardiff Sprache

In Cardiff spricht man englisch und walisisch, beides sind Amt- und Schulsprache. Allerdings: Längst nicht alle Waliser sprechen walisisch – von den knapp 3 Millionen Einwohnern  ungefähr ein Viertel. Dennoch ist Walisisch damit die keltische Sprache mit den meisten Muttersprachlern. Mit Englisch kommst du in Cardiff aber sehr gut zurecht.

Cardiff Stadtführungen

Wie, jetzt habe ich dir schon die besten Tipps für eine selbstorganisierte Entdeckungstour durch Cardiff gegeben, und jetzt willst du doch was über eine organisierte Stadtführung wissen? Na gut, bitteschön. Um die Sehenswürdigkeiten in Cardiff kennen zu lernen und gleichzeitig einen Blick in die gastronomische Szene Cardiffs zu bekommen, empfehle ich die Cardiff Lunch & Landmarks Tour von Loving Welsh Food. Ich habe selbst daran teilgenommen und kann nur sagen, es lohnt sich! Falls du daran teilnimmst, richtige Food Guide Sian bitte die allerbesten Grüße von mir aus!

Für Tagesausflüge, Halbtagesausflüge und Trips in die nähere Umgebung von Cardiff hat See Wales Tours ein paar sehr spannende Angebote, wie zum Beispiel die „Mines & Mountains“ Tour – und Guide Paul ist der absolute Knaller: ein echter Waliser, der jeden Grashalm kennt und dazu noch sehr, sehr lustig ist.

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Der beste Guide für Wales und Cardiff: Paul von See Wales Tours

Reisezeit & Wetter

Die beste Reisezeit für Cardiff ist: immer – vorausgesetzt, du bist wetterfest. Wie überall in Wales regnet es auch in Cardiff sehr viel und oft, du solltest dich also auf jeden Fall darauf einstellen. Die wärmsten Monate in Cardiff sind Juni, Juli, August und September, wobei es aber auch hier selten wärmer als 20 Grad wird. Am kältesten ist es im Januar und Februar, wobei aber auch hier meist Temperaturen um 6 Grad plus herrschen. Am meisten regnet es im Januar, Juni, Juli, August, Oktober, November und Dezember. Also auf jeden Fall den Regenschirm einpacken!

Sehr beliebt als Reiseziel ist Cardiff im März – am 1. März wird zum St. David’s Day, dem walisischen Nationalfeiertag, eine riesige Parade abgehalten. Und immer, wenn Matchday ist, d.h. Rugby gespielt wird, dreht die ganze Stadt komplett durch und Cardiff ist eine einzige große Party. Wenn man sowas mag, dann ist das ein Riesenspaß – wenn nicht, sollte man vielleicht zu diesen Zeiten nicht anreisen.

Rugby in Cardiff

Die walisische Rugby-Nationalmannschaft gehört zu den erfolgreichsten Rugby-Teams weltweit. In Wales gibt es 12 Profimannschaften, die in der Pro14 Liga spielen (dazu gehören sonst noch Irland und Schottland). Die wichtigsten Spiele der walisischen Mannschaften untereinander finden innerhalb der Welsh Premier Division statt. Internationale Wettbewerbe sind der European Rugby Champions Cup, der European Rugby Challenge Cup sowie das Six Nations Turnier, bei dem die walisische Nationalmannschaft bereits 39 Mal den Sieg davon tragen konnte. Die heimische Mannschaft in der walisischen Hauptstadt sind die Cardiff Blues.

Was passiert nun, wenn in Cardiff ein Rugbyspiel stattfindet? Wenn Matchday ist, herrscht in Cardiff Ausnahmezustand – und das nicht nur im Stadion! Die Straßen sind voller Menschen – bei großen Spielen geht das in die Hunderttausende! Die Rugby-Fans verkleiden sich, malen ihre Gesichter an, singen und trinken. Typische Verkleidungen sind Kostüme als Narzisse oder als Lauch – kein Witz, beides sind nämlich typische Nationalsymbole für Wales.

millennium stadium wales

Das Millennium Stadium in Cardiff. Hier wird vor allem Rugby gespielt.

Rugbyspiele finden in Cardiff im Millennium Stadium statt, das offiziell übrigens Principality Stadium heißt, das aber keiner so nennt. Tickets für Rugby-Spiele kannst du online kaufen, aber wenn du keins bekommst, keine Sorge: große Spiele werden manchmal öffentlich auf einem großen Bildschirm übertragen. „Manchmal“ heißt „bei gutem Wetter“ – bzw. dem, was die Waliser als gutes Wetter definieren. Die wahre Party findet aber sowieso in den Straßen und in den Pubs statt, die an Tagen bedeutender Rugby-Matches bis zu 35.000 Pints Bier verkaufen.

Die erste Runde des nächsten Six Nations Cup beginnt im Februar und startet am 1.2.2020 mit dem Spiel Wales gegen Italien im Millennium Stadium. Bei der Welsh Rugby Union gibt es alle Infos und Tickets zu Rugby in Cardiff.

Beliebte Pubs in Cardiff, die die Rugby-Spiele auf Leinwand zeigen, sind z.B. The Cambrian Tap, The City Arms oder Queens Vaults.

Cardiff: Ausflüge in die Umgebung

Cardiff ist der ideale Ausgangspunkt zum Beispiel für einen Roadtrip durch Südwales oder einen Wanderurlaub im atemberaubend schönen Brecon Beacons Nationalpark. Aber auch wenn du nur ein paar Tage in der walisischen Hauptstadt bist, lohnen sich ein paar Ausflüge in die nähere Umgebung. Meine Tipps für Tages- oder Halbtagsausflüge rund um Cardiff.

cardiff ausflüge

Atemberaubend schön: der Brecon Beacons Nationalpark in Südwales.

  • Wunderschöne Natur (und zur Saison sogar Puffins!) gibt es auf der Gower Halbinsel
  • Alles über das Leben in Wales in vorherigen Jahrhunderten erfährst du im „Museum of Welsh Life“, dem St Fagans National Museum of History.
  • Der Brecon Beacons Nationalpark ist eine der wunderschönsten Landschaften, die Großbritannien zu bieten hat. Ideal für einen Roadtrip oder zum Wandern.
  • Weniger als eine Stunde Autofahrt entfernt ist das schöne Marktstädtchen Abergavenny, wo im The Angel Hotel der beste Afternoon Tea außerhalb Londons serviert wird.
  • Wenn du dich für Cardiffs Vergangenheit als bedeutendem Bergbaugebiet interessierst, ist eine Führung im Big Pit National Coal Museum in Pontypool eine prima Idee.
  • Das größte Schloss in Wales, das Caerphilly Castle, ist nur eine 20-minütige Autofahrt vom Zentrum Cardiffs enfernt. Mit dem Bus „26 Gold“, der ab Cardiff Castle abfährt, dauert die Fahrt ungefähr eine Dreiviertelstunde.

Transparenz:
Ich wurde von Visit Wales zu dieser Reise eingeladen. Vielen Dank! PS: Weitere Artikel zu unserer Reise findest du bei Anja von GoOnTravel.de, mit der ich gemeinsam in Wales unterwegs war.
*Werbelink bzw. Affiliate Link – Was ist das? Ich bekomme eine kleine Provision, wenn du auf den Link klickst und ein Hotel buchst.Für dich ändert sich nichts am Preis. Vielen Dank für deine Unterstützung!

Meine Midlands – eine Liebeserklärung an Großbritanniens Mitte

Midlands Cotswolds Sehenswürdigkeiten: Broadway Tower Cotswolds bei Sonnenuntergang

Das Herzen Englands und die Mitte Großbritanniens: Das sind die Midlands, die Cotswolds und die Grafschaft Worcestershire. Was diese Region so besonders macht, welche Sehenswürdigkeiten, Highlights und Herrenhäuser du dort auf keinen Fall verpassen solltest, erzählt dir eine, die es immer wieder dort hin zieht. Damit wir uns dort hinträumen können und in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft den Charme der Midlands selbst erleben können.

Ein Gastbeitrag von Constanze von Comfyfood

Beitrag enthält Affiliate Links*

Auf Instagram hat Sandra in Ihrem Feed im Rahmen ihres Wales Wednesday über die schöne Gegend im Südwesten Englands geschwärmt. Nachdem der Beitrag von mir natürlich ein fettes „Like“ bekommen hat, habe ich spontan geantwortet, dass es für mich persönlich eher ein Midlands Monday wäre, worauf Sandra mich einlud, ein wenig über diese Region zu berichten, was ich hiermit gerne tue. Für mich sind die Midlands im wahrsten Sinne des Wortes „The very heart of England“ und das nicht nur, weil sie geografisch gesehen im Zentrum meiner Lieblingsinsel liegen, sondern mir einfach sehr ans Herz gewachsen sind.

Mit dem Englandvirus infiziert wurde ich bereits vor gut 30 Jahren. Noch als Schüler besuchte ich die Grafschaft Hampshire, wohin es mich auch zu meinem Gap-Year nach dem Abitur zog. Jahre später kam ich über die Städtepartnerschaft meiner Heimatstadt, das erste Mal in die Midlands, genauer gesagt nach Worcester, und seitdem lassen mich die Midlands nicht mehrlos. Da wir in diesem Jahr leider nur in der Erinnerung reisen und dies aufgrund der allgemeinen Situation nicht real tun können, möchte ich euch ein wenig über meine Lieblingsspots erzählen.

Worcester

Worcester – diese Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Auf charmante Art vereint sie Tradition und Moderne. Auf der einen Seite mit ihren alten Fachwerkhäusern in der medieval Friar Street, auf der anderen Seite mit Bauten wie der Universitätsbibliothek, The Hive, die optisch einem Bienenstock mit glänzendem Wabendach nachempfunden wurde. Auch ein Blick in die berühmte Kathedrale lohnt sich. Riverside Pubs am River Severn laden zum Einkehren und Blick auf die vielen Schwäne ein.

The Hive in Worcester
The Hive in Worcester. Foto: Connys Comfyfood

Herrenhäuser in den Midlands

Wer die Midlands besucht, sollte sich auf jeden Fall eine Karte des National Trust oder English Heritage zulegen, denn auf dem Weg durch Worcestershire und die Cotswolds gibt es zahlreiche wunderschöne Herrenhäuser, deren Besuch sich lohnt und mit der Karte schlüpft man auch noch eine halbe Stunde vor Toresschluss rein.

Witley Court in Worcestershire
Witley Court in Worcestershire. Foto: Connys Comfyfood & HD

Meine Favourites sind unter anderem Witley Court and Gardens (in Worcestershire), Chastleton House und Hidcote Manor mit ihren wunderschönen Gartenanlagen sowie Snowshill Manor in den Cotswolds.

Snowshill Manor & Garden in den Cotswolds
Snowshill Manor & Garden in den Cotswolds. Foto: Connys Comfyfood & HD

Letzteres lohnt sich für einen Besuch mit der ganzen Familie. Der Exzentriker, Charles Paget Wade, begann bereits im Kindesalter Dinge zu sammeln, die handwerklich gut gemacht waren. Das Spektrum reicht von aufgespießten und gut preparierten Insekten, Puppenhäusern, alten Fahrrädern bis hin zu Masken, Waffen und Rüstungen, die er im Erwachsenenalter von seinen zahlreichen Reisen mitbrachte. Das Haupthaus beherbergt nicht erst heute ein Museum, sondern bereits zu seinen Lebzeiten.

Seine Sammelleidenschaft hatte solch ein Ausmaß angenommen, dass er selbst mit seiner nachsichtigen Ehefrau im kleinen Priest’s House wohnte und der Sammlung das Haupthaus überließ. Einziger Raum, der nicht zu besichtigen war, (und es bis heute ist) war das Schlafgemach seiner Frau, die an dieser Stelle wohl ihr Veto eingelegt hat.

Eingebettet in eine wunderschöne Landschaft mit zauberhaftem, wild romantischem Garten ist dieses Haus auf jeden Fall ein perfektes Ausflugsziel. Meine Liebe für Disteln und Artischocken hat in diesem Garten ihren Anfang genommen und die Familie bei zahlreichen Gartenbesuchen in den Cotswolds viel Wartezeit gekostet, wenn ich mit netten Menschen über Samen und Pflanzbedingungen gefachsimpelt habe.

Herrenhaus Charlecote Park in Warwickshire.
Herrenhaus Charlecote Park in Warwickshire. Foto: Connys Comfyfood & HD

Bourton-on-the-Water

Was wären die Cotswolds aber ohne einen Besuch in Bourton-on-the-Water (wenn man es etwas touristischer mag) inklusive dem „Home of Brum“ Motoring Museum und Broadway – The Gem of the Cotswolds. Dieses zauberhafte Örtchen ist wirklich ein echtes Juwel. Die meisten Häuser entlang der Hauptstraße stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Einst eine wichtige Station auf der Postroute von London und Worcester, gibt es in Broadway noch Zeitzeugen dieser Periode, wie das legendäre Lygon Arms, heute eines der bekanntesten „posh“ Hotels in der Region.

Lygon Arms Hotel in Broadway Cotswolds
Ein Oldtimer vor dem Lygon Arms Hotel in den Cotswolds. Foto: Connys Comfyfood

Der Ort lädt ein, ihn zu Fuß zu erkunden. Broadways Kirche St. Eadburgha’s sollte man gesehen haben, sowie das kleine Museum im Stadtkern. Achtung! Spoiler! Liebevolle Läden mit typisch britischem Kunstgewerbe verführen zum Einkauf getreu dem Motto „Shop until you drop“.

Während ich sonst auf der Rückkehr von England eher wie ein Mobile Grocery Shop aussehe, bepackt mit Tea, Shortbread, Clotted Cream, Fig Biscuits, Battenbergs, Garibaldi Biscuits, Ploughman’s Pickles, usw. kommen in Broadway noch Cushions, Pottery und Co. dazu. Gestärkt mit traditionellen Fish and Chips (mit mushy peas) im Russels oder einem leichten Lunch im The Swan, oder Tea in Tisanes Tea Rooms geht es dann weiter zum Broadway Tower, von dem man einen atemberaubenden Blick über die wunderschöne Landschaft hat. Besonders in den Abendstunden kann man hier Wild grasen sehen.

Cynara englische Blume
Die Cynara, die jetzt in Constanzes Garten wächst. Foto: Connys Comfyfood & HD

Darum sind die Cotswolds so besonders

Aber was die Gegend besonders ans Herz wachsen lässt, sind die vielen sympathischen Menschen und netten Begegnungen. Gefragt, was einen Cotswold-Urlaub so besonders mache, antworteten meine Kinder: Die Freundlichkeit der Leute. Egal, ob man morgens zum vierten Mal mit einem fröhlichen „Morning again“ begrüßt oder auf der Suche nach einem Public Footpath von älteren Menschen spontan begleitet wird, obwohl sie eigentlich in der Gegenrichtung unterwegs waren, oder ob ein Gärtner durch seinen Geräteschuppen wirbelt, um mir noch die letzten Samen der berühmten Cynaras* mitgeben zu können, oder unsere Freunde zum ultimativen Victoria Sponge Cake einladen, oder, oder… die Herzlichkeit und Gastfreundschaft ist heartwarming.

Hoffen wir, dass wir alle die Pandemie auf beiden Seiten des Kanals gut überstehen und uns bald wieder besuchen können. Einstweilen trinke ich viel Earl Grey und lasse mich von Agatha Raisin* in die Cotswolds entführen und schaue mir unsere Fotos an.

Wunderschönes Broadway in den Cotswolds
Wunderschönes Broadway in den Cotswolds. Foto: Connys Comfyfood

Über die Autorin:

Constanze lebt mit Ihrer Familie am Niederrhein. Die Liebe zu Großbritannien hat die ehemalige Übersetzerin schon nach der Schule gepackt und seither nie losgelassen. Ihre Kinder behaupten scherzhaft, dass England nach dem Brexit im Haus der Familie noch eine ‚Außenstelle‘ in der EU habe. Schon immer anglophil ist es ihr ein Anliegen ihr Umfeld für die englische Lebensart, Traditionen, Küche, Bräuche und den berühmten trockenen Humor zu begeistern. In ihrer Freizeit unterrichtet sie daher ehrenamtlich zwei Englischkurse, in denen es nicht nur um den reinen Spracherwerb geht. Der Kontakt zu Sandra entstand über Instagram. England- Fans finden sich halt überall! Auch für Constanze ist das Leben mit einer guten Tasse Earl Grey mit Milch besser! (Constanzes Instagram: connys_comfyfood)

Midlands Informationen & Reisetipps

Die Midlands sind der zentrale Teil rund um Birmingham. Je nachdem in welchem Teil der Midlands man sich aufhalten möchte, kommt eine andere Anreisemöglichkeit in Frage.

Die Midlands teilen sich in die West Midlands und East Midlands.

West Midlands

In die West Midlands kommt man sehr gut von Birmingham aus (da gibt es auch einen Flughafen), aber mit der Bahn oder per Auto ist man schnell von London, Liverpool oder Manchester.

Sehenswürdigkeiten und beliebte Reiseziele in den West Midlands sind:

  • Wolverhampton und seine viktorianische Häuser
  • Birmingham
  • Coventry
  • Dudley
  • Sutton Coldfield
  • Walsall

East Midlands

In den East Midlands gibt es sehr viel Grün, malerische Dörfer und hier ist auch die Heimat des legendären Robin Hood.

Es gibt einen East Midlands Flughafen, aber auch eine Anreise über London, Manchester, Sheffield oder Birmingham ist möglich.

Sehenswürdigkeiten und beliebte Reiseziele in den West Midlands sind:

  • Nottingham
  • Newstead Abbey
  • Leicester
  • Lincoln
  • Northampton & Umgebung

Cotswolds & Midlands: Weiterführende Buchtips

Rother Wanderführer England Mitte*

Die geheimen Gärten der Cotswolds*

Wandkalender malerische Cotswolds*

Krimi: Agatha Raisin und das Geisterhaus*

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Corona in Großbritannien: Einreisebestimmungen für England, Schottland, Wales

großbritannien quarantäne

Wie ist die aktuelle Covid-19 Situation in Großbritannien? Was gilt es bei Reisen nach England, Schottland, Wales und Nordirland zu beachten? Welche Bestimmungen gelten in Großbritannien, von Maskenpflicht über Abstand bis Quarantäne? Ein Überblick über die aktuellen Corona-Einreise-Bestimmungen in das Vereinigte Königreich.

Ein Disclaimer zu Beginn: Die hier aufgeführten Punkte sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Zur absoluten Sicherheit empfehle ich die Informationen des Auswärtigen Amtes zu konsultieren.

Stand 20.10.2020

Generelle Corona Situation in Großbritannien

Großbritannien gehört zu den Ländern, die weltweit am stärksten von Corona betroffen waren bzw. sind. Über 324.000 Personen wurden im Vereinigten Königreich positiv auf das Coronavirus getestet (stand 23. August 2020). Alle aktuellen Statistiken kannst du auf dem Corona-Dashboard der britischen Regierung einsehen.

Information des RKI, Stand 22.10.2020: Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie Gibraltar gilt als Risikogebiet. Ausgenommen sind die weiteren Überseegebiete, Isle of Man und die Kanalinseln (Guernsey, Jersey).

Hier gibt es eine Übersicht zu den Reisewarnungen des Auswärtigen Amts.

Elektronische Registrierung vor der Einreise nach Großbritannien

Egal von wo aus du nach Großbritannien einreist: Du musst dich (frühestens) 48 Stunden vor deiner Reise online registrieren. Bei der Registrierung werden diverse Daten abgefragt, unter anderem das von dir gewählte Transportmittel und dein endgültiges Reiseziel. Am Flughafen bzw. beim Antritt deiner Reise musst du diese Registrierung nachweisen können.

Einreiseformular Großbritannien

Hier kannst du dich online registrieren für deine Großbritannien-Reise. Die Registrierung ist kostenlos. Wichtig: Unbedingt online ausfüllen – nicht ausdrucken und per Hand ausfüllen! Sobald du die Registrierung abgeschlossen hast, erhältst du eine Bestätigungsmail. Diese „confirmation mail“ und das angehängte Dokument musst du dann entweder ausdrucken und an der UK Border vorzeigen oder auf deinem Handy vorzeigen können. Die Zollbeamten prüfen dann anhand des dort angebrachten QR-Codes, ob du die Registrierung korrekt ausgefüllt hast.

Kontaktbeschränkungen in Großbritannien

Die Regelungen zu Kontaktbeschränkungen variieren in den einzelnen Ländern des Vereinigten Königreichs. Grundsätzlich gilt: Ein Mund-Nase-Schutz sollte in allen öffentlichen Gebäuden und Bereichen, im ÖNPV sowie in Geschäften getragen werden. In England sind (Alltags-)Masken auch in Restaurants Pflicht.

Maskenpflicht & Corona Regeln England

Im Großteil Englands sind die Corona-Regelungen weitgehend gelockert. Genaue Informationen findest du hier.

Corona Regeln Schottland

Aktuelle Covid-19-Bestimmungen findest du auf der Website der schottischen Regierung.

Corona Regeln Wales

Achtung: Erneuter Lockdown in Wales vom 23. 10. bis 9.11. 2020 ein Lockdown. Dieser Lockdown ersetzt alle Regelungen, die bisher nur in bestimmten walisischen Regionen galten. 
Während des 14-tägigen Lockdowns in Wales gilt unter anderem:

  • Wenn möglich, soll man von zu Hause aus arbeiten.
  • Man soll zu Hause bleiben, außer zu sehr eingeschränkten Zwecken, wie z.B. zum Sport
  • Ein Mund- und Nasenschutz muss in öffentlichen Räumen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Taxis  getragen werden.
  • Treffen verschiedener Haushalte – drinnen und draußen – sind verboten.
  • Alle Non-Food-Einzelhandels- und Gaststättenbetriebe, einschließlich Cafés, Restaurants und Pubs (es sei denn, sie bieten Mitnahme- oder Lieferdienste an), Friseure sowie Veranstaltungs- und Tourismusbetriebe, wie Hotels, müssen schließen

Die aktuellen Regelungen im Detail findest du auf der Website der walisischen Regierung.

Corona Regeln Nordirland

In Nordirland herrscht u.a. Maskenpflicht an öffentlichen Gebäuden. Weitere Regeln und Restriktionen bezüglich Covid-19 in Nordirland findest du hier.

Greyfriars Bobby in Edinburgh – der treueste Hund Schottlands

greyfriars bobby edinburgh

Die Geschichte von Bobby, dem treuen Terrier aus Edinburgh, rührt nicht nur die Schotten seit nunmehr 161 Jahren. Weil sie uns zeigt, was beispiellose Treue und unkonditionale Liebe bedeuten und weil sie uns zeigt, was im Leben wirklich zählt. Was hat es mit diesem Hund auf sich, dass ein Besuch bei seiner Statue für jeden Edinburgh-Besuchenden Pflicht ist? Die Geschichte von Greyfriars Bobby – Taschentücher schon mal bereitlegen! Weiterlesen

10 skurrile und außergewöhnliche Museen in Großbritannien

hunterian museum glasgow

Die Briten sind ja allgemein bekannt für ihre Spleens und Exzentrik, von daher verwundert es nicht, dass das Vereinigte Königreich auch mit einer Vielzahl an ungewöhnlichen Museen aufwarten kann. Von Hundehalsband-Museum über das Hexerei-Museum bis hin zum Vaginamuseum: 11 wunderbare und außergewöhnliche Museen in Großbritannien.

1. Teekannen Museum, Kent

Cafébesitzerin Sue Blazye hat sich irgendwann gedacht, dass ihre Sammlung an Teekannen überhand nimmt – und ihren Tea Room kurzerhand zu einem Museum für Teekannen erweitert. Die Teapot Island ist ein Paradies für Teeliebhaber, denn das Museum ist bis auf den letzten Zentimeter gefüllt mit über 7.600 verschiedenen Teekannen. Darunter sind echte Schätze und Kuriositäten, wie zum Beispiel Teekannen im Lady-Di oder Winston-Churchill-Design. 2000 der Teekannen stehen sogar zum Verkauf bereit und es ist sogar ein Online-Shop in Planung. Teapot Island befindet sich in Maidstone, der Hauptstadt der Grafschaft Kent im Südosten Englands der Eintritt kostet zwischen 2 und 3 britischen Pfund. Und das beste: Im dazugehörigen Tea Room gibt es Cream Tea, Afternoon Tea und High Tea sowie diverse andere Kleinigkeiten zum Tee.

Teapot Island, Maidstone, Kent. Bitte aktuelle Informationen und Öffungszeiten auf der Website beachten!

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2. Hutmacher Museum, Stockport, Greater Manchester

Stockport ist eine Großstadt in der Nähe des Peak District und hat eigentlich nicht so viel an Attraktionen zu bieten. Eine Ausnahme ist definitiv Hat Works, das Hutmachermuseum . Wie der Name bereits erahnen lässt, geht es darin um das Handwerk bzw. die mechanische Produktion des Hutmachens. Stockport war zu Beginn des 19. Jahrhunderts sowie erneut nach dem ersten Weltkrieg ein bedeutendes Zentrum der Hutmacherei. Heute werden keine Hüte mehr gemacht, der letzte Betrieb musste 1997 seine Pforten für immer schließen. Das Hat Works Museum erzählt diese Geschichte – im ein wenig angestaubten Museum stehen einem sehr engagierte Experten zur Seite, die die Maschinen und Exponate erklären.

Hat Works, Stockport Greater Manchester. Aktuelle Informationen und Öffnungszeiten bitte der Website entnehmen.

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3. Dudelsack Museum, Glasgow

Juhu, manche Klischees stimmen eben doch: in Schottland gibt es ein Dudelsackmuseum, bzw. ein Museum für Dudelsackspielerei.  Das Museum of Piping befasst sich hingegen mitnichten nur mit schottischen Dudelsäcken, sondern widmet sich der gesamten Geschichte der besonderen Instrumente, die in einigen Ländern sogar noch deutlich länger zurückdatiert als im Dudelsack-Mekka Schottland. Im Museum of Piping kannst du unter anderem erfahren, wie so ein Dudelsack hergestellt wird und wie die Notenblätter für Dudelsack-Musik hergestellt werden. Ein besonders wertvolles Exponat ist der „chanter“ von Iain Dall MacKay, auch bekannt als „Blind John“. Ein „chanter“ ist der Teil des Dudelsacks, auf dem man mit den Fingern spielt, also eine Art Flöte – und hier kannst du den ältesten chanter der Welt bewundern.

The National Piping Centre, Glasgow, Schottland. Aktuelle Informationen, Eintrittspreise und Öffnungszeiten findest du auf der Website des Museums.

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4. Bleistiftmuseum, Keswick, Cumbria

Ein Museum, indem sich alles um den Bleistift dreht, gibt es im nordentlischen Keswick. Was bei uns Faber-Castell ist im Vereinigten Königreich die Derwent Cumberland Pencil Company – ein traditionsreicher Hersteller von Bleistiften. So ist im unternehmenseigenen Bleistiftmuseum auch der weltweit erste Bleistift, wie wir ihn heute kennen, ausgestellt, wie auch andere illustre Bleistifte: zum Beispiel der größte Buntstift der Welt (Spoiler: er misst 8 Meter), Bleistift-Miniaturen und der Bleistift zum Diamond Jubilee der Queen. 

Derwent Pencil Museum, Keswick, Cumbria. Aktuelle Öffnungszeiten & Infos bitte der Website entnehmen.

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5. Kuckucksuhrenmuseum, Tabley, Cheshire

Man könnte ja meinen, dass so ein Museum eher im Schwarzwald stehen müsste (gibt es auch, in Triberg), aber auch in England gibt es Liebhaber der Uhren mit dem Vogel. Die Gebrüder Maz und Roman Piekarski sind den legendären Kuckucksuhren seit über 40 Jahren verfallen und haben im Laufe der Zeit eine stattliche Sammlung von über 600 Objekten angesammelt. Fun Fact: Es ist dabei übrigens nicht immer nur der Kuckuck, der herauskommt und die Zeit verkündet – unter den Exponaten sind auch Wachteluhren und eine Uhr mit dem Trompeter-Vogel – es wird also ganz schön laut zu jeder vollen und halben Stunde im Cuckooland!

Cuckooland, Tabley, Cheshire. Öffnungszeiten, Eintrittspreise etc. bitte der Website entnehmen!

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6. Hexerei Museum, Cornwall 

Ein Museum für Hexerei gibt es im kleinen Ort Boscastle in Englands Südwesten. Im Museum of Witchcraft and Magic dreht sich alles um die mystischen Gestalten und ihre Zauberkräfte. Neben okkulten Exponaten wie Quija Brettern, Zauberbüchern, Hexenkesseln und ja, sogar toten Katzen, gibt das Museum auch einen guten Einblick in die Hexenverfolgung.

Museum of Witchcraft and Magic, Boscastle, Cornwall. Öffnungszeiten und aktuelle Informationen kannst du auf der Website einsehen.

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7. Rasenmäher Museum, Southport, Merseyside

Über 300 Rasenmäher sind im British Lawnmower Museum in Southport in Nordengland zu bewundern, darunter auch viele Vintage-Rasenmäher, die liebevoll restauriert wurden. Ein Highlight des Museums ist ein Rasenmäher, der einst einem der bekanntesten Gärtner des Vereinigten Königreichs gehörte – keinem Geringerem als Prince Charles. Aber auch andere Geräte der Reichen und Schönen genießen hier ihren wohlverdienten Ruhestand, darunter die Rasenmäher von Brian May und Nicholas Parsons.

British Lawnmower Museum, Southport, Merseyside. Informationen zu Eintritt und Öffnungszeiten findest du auf der Website.

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8. Museum für Hundehalsbänder, Dog Collar Museum, Kent

Im Dog Collar Museum kannst du über 130 Hundehalsbänder der letzten fünf Jahrhunderte anschauen, von historischen Jagdhund-Halsbändern bis zu den bling-bling-Hundehalsbändern der Chihuahuas von Paris Hilton. Das Museum gehört zum Leeds Castle – Hunde müssen aber leider draußen bleiben.

Dog Collar Museum im Leeds Castle, Kent. Öffnungszeiten und aktuelle Infos bitte der Website entnehmen.

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9. Vagina Museum, London

Ziemlich neu ist das Vagina Museum im Londoner Stadtteil Camden. Wie unschwer zu erraten ist, geht es in diesem Museum um das weibliche Geschlechtsorgan. Ziel der wechselnden Ausstellungen ist es, mit Tabus und Vorurteilen über die Vagina und weibliche Sexualität aufzuräumen. Einige Riesenpenisse haben übrigens auch Eingang in das Museum gefunden, sie sind allerdings in den hinteren Teil des Museums verbannt. Mehr über das Vagina Museum erfährst du bei Simone von Totally London, die die aktuelle Ausstellung „Muff busters“ besucht hat und darüber berichtet.

Vagina Museum, Camden, London. Öffnungszeiten und Informationen findest du auf der Website.

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10. Hunterian Museum, Glasgow, Schottland

Das Hunterian Museum der Uni Glasgow ist das älteste öffentliche Museum in Schottland. Benannt nach dem schottischen Anatom und Geburtshelfer William Hunter beherbergt es das Hunterian Museum mit Hunters Sammlung mit Exponaten aus der Zeit der römischen Besetzung Schottlands sowie die Hunterian Art Gallery mit Kunstobjekten. Der skurrilste Teil des Museums ist jedoch das Zoology Museum, denn hier befindet sich eine der größten Insektensammlungen der Welt, mit fast einer halben Million an ausgestellten Insekten sowie präparierte und konservierte Tiere.

The Hunterian, Universität Glasgow, Schottland. Aktuelle Informationen findest du auf der Website des Museums.

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