Die englische Lady 2.0 – so wirst du eine (fast) echte englische Lady

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Wie verhält sich eine perfekte Lady im 21. Jahrhundert? Muss man direkt aus einem Jane-Austen-Film entsprungen sein oder gibt es eine neue Art von „Lady“? Welche Eigenschaften sind für eine Lady wichtig und was darf sie auf keinen Fall tun? Mit Hilfe des Lady Blog gehe ich dem Phänomen der englischen Lady auf den Grund.

Die Definition einer „Lady“

Zunächst ist „Lady“ einfach nur ein respektvoller Titel für eine Frau, das Äquivalent zum „Gentleman.“ Ursprünglich galt diese Ansprache ausschließlich Frauen, die einer höheren gesellschaftlichen Schicht angehörten, heutzutage ist die Verwendung des Ausdrucks „Lady“ nicht mehr an eine bestimmte Zugehörigkeit geknüpft, wobei „Lady“ oftmals mit den Attributen „elegant“ und „stilvoll“ assoziiert wird.

In Großbritannien ist „Lady“ ein offizieller Titel. Man kann eine „Lady in her own right“ sein, also eine geborene Lady quasi, oder aber die Ehefrau eines Lords, eines Barons, eines „laird“ (Gutsherr) oder eines „knight“ (Ritter). Ebenfalls den „Lady-“ Titel tragen dürfen die Töchter eines „duke“ (Herzog) eines Marquis oder eines „earl“ (Graf).

Im britischen Sprachgebrauch wird „lady“ heutzutage oftmals informell genutzt – z.B. geht man in den „Ladies Room“, wenn man die Damentoilette aufsucht oder auch die Putzfrau wird als „cleaning lady“ tituliert.

Die englische Rose – Idealbild einer englischen Lady

Was ist eine typische englische Lady? Die nostalgische Idee der „englischen Rose“ steht oft als Synonym für eine wunderschöne, junge englische Lady. 

Im viktorianischen Zeitalter ist eine „proper lady,“ also eine „echt Lady“ eine junge Frau, die sich in höherer Gesellschaft zu benehmen weiß, dabei geistreich und schlagfertig ist, den Haushalt schmeisst und gleichzeitig dem Gatten die perfekte Ehefrau und den Kindern eine gute Mutter ist.

In den Jane-Austen-Romanen durfte die englische Lady zum ersten Mal etwas aus der Reihe tanzen und etwas „rebellischere“ Charakterzüge haben. Dennoch war sie auch hier voll natürlicher Schönheit, bescheiden, fleißig und klug.

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Herzogin Kate beim Besuch in Berin – auch „in echt“ eine Lady in Perfektion.

Herzogin Kate: die perfekte moderne Lady?

Kate Middleton bzw. Herzogin Catherine, wie sie ja seit ihrer Hochzeit mit Prinz William heißt, ist für viele die Verkörperung der modernen englischen Lady. Wunderschön, dabei aber immer natürlich und bodenständig. Sie kann genauso gut ein Designerkleid mit schickem Hut tragen wie Jeans mit Sneakers, sie scheint immer zu wissen, wie sie zu reagieren hat und bad hair days? Nicht bei Duchess Kate! Somit könnte man Herzogin Kate tatsächlich als die perfekte englische Lady bezeichnen, zumindest verkörpert sie für viele das Idealbild einer modernen und selbstbestimmten Lady.

Lady sein, aber in cool: Interview mit Daniela vom Lady Blog

Dass eine Lady zu sein aber viel mehr bedeuten kann, als starren Rollenbildern oder Idealen zu folgen, das beweist Daniela Uhrich in ihrem Lady Blog, den sie gemeinsam mit Sybille Hilgert betreibt. Was es bedeutet, eine Lady zu sein, warum eine Lady nicht unbedingt immer ganz klassisch daherkommen muss und was eine echte Lady unter keinen Umständen tun würde: das verrät uns Daniela im Interview mit A decent cup of tea.

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Eine echte Lady mag edle Stoffe. ©lady-blog.de

 

Was macht eine echte Lady aus?

Eine echte Lady war für mich Marion Gräfin Dönhoff. Obwohl ihre Familie enteignet wurde und ihren Familiensitz Schloss Friedrichstein in Ostpreußen verlor, entwickelte die spätere Herausgeberin der ZEIT nie einen Hass auf die Polen oder die Russen sondern setzte sich – ganz im Gegenteil – bis zu ihrem Tod für eine Versöhnung ein. Das finde ich schwer beeindruckend. 

„Ich kann mir nicht vorstellen, daß der höchste Grad der Liebe zur Heimat dadurch dokumentiert wird, daß man sich in Haß verrennt gegen diejenigen, die sie in Besitz genommen haben.“ 

(Marion Gräfin Dönhoff: Kindheit in Ostpreußen)

 

Wer ist atypisch und hat dennoch einen „Ehrenlady-„Titel verdient?

Hm, wie wäre es zum Beispiel mit Vivienne Westwood (die übrigens wirklich den Titel „Dame“ trägt)? Die Erfinderin der Punkmode entspricht optisch sicherlich nicht dem typischen Bild der Lady, setzt sich aber seit Jahren aktiv für Menschenrechte, Abrüstung und Umweltschutz ein. Trotz ihres Erfolges lebte sie Jahre lang in einer bescheidenen Wohnung und verrichtet in ihrer Freizeit am liebsten Gartenarbeit. Eine echte Engländerin eben. 

 

Wie sieht eine Lady aus?

Eine Lady kleidet sich dem Anlass entsprechend, investiert in langlebige Klassiker und macht nicht jede schnelle Mode mit. 

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Eine echte Lady beim Winterpicknick am Strand. ©lady-blog.de

 

Deine Stilikone?

Meine persönliche Stilikone ist Audrey Hepburn. Ich liebe ihren sportlich-chicen, französischen Stil mit 7/8-Hosen, frechen Hütchen, ärmellosen Blusen und Ballerinas, der perfekt auf ihre schmale Figur zugeschnitten war. 

 

Ist es teuer, den Lifestyle einer Lady zu führen?

Nein, langfristig gesehen dürfte der Lifestyle sogar günstiger sein, als der des günstigen und häufigen Konsums. Nehmen wir das Beispiel Wachsjacke: Wer sich einmal eine gute Wachsjacke kauft, z.B. von Barbour, der zahlt gut und gerne ein paar Hundert Euro. Dann muss er sich jedoch mit ein bisschen Glück sein Leben lang keine entsprechende Jacke mehr kaufen. Denn sie ist zeitlos und gewinnt mit jedem Tragen mehr an Charakter. 

 

Muss sich eine Lady immer benehmen?

Nein.

 

Was würde eine Lady niemals tun?

Über Freunde schlecht reden oder jemanden in der Öffentlichkeit bloß stellen. 

 

Wenn ich ein wenig mehr ladylike sein möchte – wie fange ich an?

Man kann damit beginnen, das eigene Konsumverhalten zu überdenken, sich irgendwo sozial zu engagieren, regelmäßig den Kontakt zu Freunden und Familie zu pflegen und anderen Menschen stets offen und ohne Vorurteile zu begegnen. 

 

Die perfekte englische Lady

Wie ist sie nun, die englische Lady des 21. Jahrhunderts? Perfekt gestylt bis in die Haarspitzen wie Herzogin Kate? Unangepasst wie Vivienne Westwood? Eine Fashion-Ikone wie Victoria Beckham? Oder ist das alles Quatsch und die echte englische Lady gab es zuletzt bei Jane Austen? Ich bin gespannt über deine Gedanken!

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