Greyfriars Bobby – der treueste Hund Schottlands

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Die Geschichte von Bobby, dem treuen Terrier aus Edinburgh, rührt nicht nur die Schotten seit nunmehr 161 Jahren. Weil sie uns zeigt, was eispiellose Treue und unkonditionelle Liebe bedeuten und weil sie uns zeigt, was im Leben wirklich zählt. Was hat es mit diesem Hund auf sich, dass ein Besuch bei seiner Statue für jeden Edinburgh-Besuchenden Pflicht ist? Die Geschichte von Greyfriars Bobby – Taschentücher schon mal bereitlegen!

Bobby, der Skye Terrier

Der Gärtner John Gray kommt 1850 mit großen Plänen nach Edinburgh. So grämt er sich auch nicht allzu lange, als er keinen Job in seinem Beruf findet. Er ist neu in der Stadt, tatkräftig und kein Mann des Zauderns – also ergreift er die Chance und nimmt kurzerhand eine Stelle als Wächter bei der Edinburgher Polizei an.

Die Nachtschicht eines Wächters ist lang und einsam, ein Partner muss her. Einer, der dir zur Seite steht, der dir Gesellschaft leistet und der für dich da ist. Da kommt Hund Bobby in sein Leben. Kein gefährlich aussehender Wachhund, ein freundlicher Skye Terrier, der von nun an zum treuen Begleiter Johns wird. Der Polizist und sein Hund sind beliebt und bekannt, wenn sie die Straßen und Gassen Edinburghs sicher machen.

Greyfriars Kirkyard in Edinburgh

Dem Duo sind nur wenige gemeinsame Jahre auf Streife beschieden. Am 15. Februar 1858 verstirbt John und wird auf dem Greyfriars Kirkyard, einem kleinen, alten Friedhof in Edinburgh begraben. Das Ende seines irdischen Daseins ist für Johns Hund Bobby keinen Grund, ihn zu verlassen. Ganz ihm Gegenteil. Der treue Terrier weicht seitdem nicht von seinem Grab, ganz egal ob es schneit oder in Strömen regnet – Bobby ist da und bewacht die letzte Ruhestätte seines Herrchens.

Bobbys Platz auf dem Greyfriars Kirkyard

Der Friedhofsgärtner versucht zunächst sein bestes, Bobby zu verscheuchen, denn schließlich haben Hunde hier nichts zu suchen. Doch egal, welche List er anwendet, Bobby bleibt. Und bleibt. So viel Loyalität und Beharrlichkeit erweichen auch das Herz das Gärtners und er bereitet Bobby einen gemütlichen Sitzplatz direkt neben dem Grab seines Herrchens.

Doch auch der pflichtbewussteste Hund muss essen: jeden Tag Schlag 1, so besagt es die Legende, wird Bobby zur Mittagspause abgeholt. Mit dem Tischler William Dow geht er zum selben Café, in dem er zuvor mit seinem Herrchen sein Lunch einzunehmen pflegte. Dieses Ritual wird schnell zum Ereignis, für das sich die Locals in Edinburgh zum 1-Uhr-Glockenschlag am Greyfriars Kirkyard versammeln.

Bobby Monument auf dem Greyfriars Kirkyard

Der treue Hund Bobby hat, als einziges nicht-menschliches Wesen ein Grab auf dem Greyfriars Kirkyard erhalten. Neben seiner tatsächlichen Grabesstätte steht ein Denkmal aus rotem Granit, das 1981 vom Duke of Gloucester enthüllt wurde. Besucher danken Bobby für seine Loyalität auch heute noch und legen dort Blumen, Stöckchen und Hundespielzeug ab.

Eine Statue für den Terrier Bobby

So sehr ihn auch die Edinburgher in ihr Herz schließen und fast jeder ihn am liebsten adoptieren würden: Bobbys Treue gehört weiterhin seinem Herrchen und er wacht an seinem Grab bis zu seinem Tod  am 14. Januar 1872. 14 Jahre lang lebte Bobby auf dem Friedhof und nun wird ihm die Ehre zuteil, als einziger Hund dort begraben zu werden – direkt neben John Gray.

Nur ein Jahr später wird auf Initiative der Baroness Angelia Georgina Burdett-Coutts ein Brunnen mit einer Statue von Bobby direkt vor dem Greyfriars Kirkyard errichtet. Dort steht sie auch noch heute und wenn du in Edinburgh bist, dann solltest du unbedingt dort vorbeigehen und den treuen Bobby streicheln, wie unzählige Menschen vor dir. Das ist nicht nur ein Zeichen der Anerkennung für Bobbys aufrichtige Treue, sondern es bringt dir Glück.

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Bringt Glück: Bobby streicheln in Edinburgh

Wo ist die Statue von Bobby in Edinburgh?

Die Statue für den treuen Hund Bobby steht gegenüber des Eingangs des Greyfriars Kirkyard. Der Greyfriars Kirkyard befindet sich am südlichen Ende der historischen Innenstadt von Edinburgh, in der Nähe des National Museum of Scotland.

Der Greyfriars Kirkyard in Edinburgh

Der Greyfriars Kirkyard gehört zu den top Sehenswürdigkeiten in Edinburgh. Der Friedhof und seine Monumente zählen zu den bedeutendsten Denkmälern Schottlands. Auf seinem Boden befand sich im Mittelalter ein Franziskanerkloster, bis Mitte es Mitte des 16. Jahrhunderts aufgelöst wurde. Seitdem befindet sich dort der Greyfriars Kirkyard.

Auf dem Greyfriars Kirkyard befinden sich außergewöhnliche Grabmäler in unterschiedlichen Stilrichtungen. Neben dem einzigartigen Martyr’s Monument gibt es eine Vielzahl an bemerkenswerten Grabmälern von bekannten Bildhauern und Architekten wie William Wallace oder James Smith.

Gab es Bobby wirklich – stimmt die Geschichte?

Ob die Legende von Bobby, dem treuen Hund aus Edinburgh tatsächlich wahr ist wird im Laufe der Zeit immer wieder angezweifelt. Weltweit gibt es mehrere ähnliche Geschichten und manche wollen in Bobby nur einer der vielen herrenlosen Hunde sehen, die auf Friedhöfen herumstreunern. Auch gibt es Unklarheit darüber, ob John Gray tatsächlich Bobbys Herrchen war bzw. ob ein Gärtner mit dem selben Namen der echte Besitzer war.

Greyfriars Bobby Bar

Wem man auch glauben mag, eines ist sicher: auf das Wohl Bobbys trinken kann man in Edinburgh in einem Pub, der der Hundelegende gewidmet ist. In der Greyfriars Bobby Bar in der berühmten Candlemaker Row werden täglich von Mittag bis Mitternacht Drinks und Snacks serviert.

Wer ist auf dem Greyfriars Kirkyard begraben?

Auf dem Greyfriars Kirkyard liegt nicht nur John Gray, das Herrchen von Bobby, er ist auch die letzte Ruhestätte für andere berühmte Söhne und Töchter Edinburghs. Hier liegen bekannte Ärzte, Theologen, Künstler und Staatsmänner, wie zum Beispiel George Buchanan, ein humanistischer Philosoph und Dichter.

Geister auf dem Greyfriars Kirkyard

Spukt es auf dem Greyfriars Kirkyard? Wenn man der Legende glaubt, treibt der Poltergeist Henry Mackkenzies sein Unwesen und attackiert nächtliche Besucher. Offiziell bestätigt wurde die geisterhafte Existenz nie, doch gewisse Teile des Friedhofs sind seit dem Jahr 2000 nur als Teil einer geführten Tour zugänglich. Sehr gruselig und ein Must für alle, die auf Gesitergeschichten stehen: die geführte Tour durch den Greyfriars Kirkyard bei Nacht von City of the Dead.

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