Happy Gin Day! Alles über britischen Gin und drei sensationelle Gin Cocktail Rezepte

gin tonic rezept queen mumFotocredit: The Happy Jetlagger

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Gin gehört so sehr zu Großbritannien wie die Queen, Afternoon Tea und der britische Humor. Man könnte also denken, dass die Briten den Gin erfunden haben, nicht wahr? Falsch! Ein holländischer Arzt war es, der im 16. Jahrhundert den Genever zum ersten Mal herstellte – ein Schnaps auf der Basis von Wacholder und die Urform des Gin. Populär in Großbritannien wurde der Gin Ende des 17. Jahrhunderts mit der Besteigung des englischen Throns durch William von Orange – übrigens ein gebürtiger Niederländer!

Was genau ist Gin eigentlich?

Bei Gin handelt es sich um ein Destillat auf der Basis von Wacholderbeeren. Es gibt verschiedene Arten von Gin, am bekanntesten ist der London Gin bzw. London Dry Gin. Der Name bedeutet übrigens nicht, dass London zwingend der Herkunftsort des Gin ist, vielmehr muss er bestimmte Regeln erfüllen, um sich so nennen zu dürfen. Die wichtigste: im Nachgang dürfen keine Aromen oder Zucker zugesetzt werden.

Gin – der Drink, der die Mütter ruiniert

Sobald der Gin zum allerersten Mal in den Londoner Pubs ausgeschenkt wurde bekam er den Spitznamen „Mother’s ruin“. Dieser stützte sich auf das Gerücht, dass die Spirituose so sehr bei den englischen Müttern beliebt war, dass sie darüber vergaßen, sich um ihre Kinder zu kümmern. Besonders anschaulich ist dieses düstere Szenario in der Radierung „Gin Lane“ des englischen Künstlers William Hogarth dargestellt.

britischer gin

Auch beim Gin gilt: Genuss in Maßen, nicht in Massen. Foto: Mirjam Kilter

Gin Act

Weil Gin (und generell Alkohol) dafür verantwortlich gemacht wurde, die Kriminalitätsrate drastisch in die Höhe zu treiben, wurde 1750 The Sale of Spirits Act vom britischen Parlaments erlassen – besser bekannt als „Gin Act“. Der besagte, dass Gin-Destillateure nur noch an lizensierte Händler verkaufen durften und die Verkaufsgebühren erhöht wurden. Das hatte zur Folge, das kleinere Gin-Shops pleite gingen. Gleichzeitig riet man den Gin-versessenen Männern, doch lieber auf Bier umzusatteln.

Gin Spa

Im weltweit einzigartigen Gin Spa in Schottland hat man es sich zur Mission gemacht, mit Gin die Menschen nicht zu ruinieren, sondern sie schöner, glücklicher und entspannter zu machen. Das funktioniert nicht (nur) durch Trinken, sondern vor allem durch die äußere Anwendung.

Im Gin Spa in Glasgow kannst du Beauty- & Massageanwendungen mit Gin und Gin-basierten Produkten genießen – und dir selbstverständlich nebenbei auch einen schönen Gin Tonic im Glas genehmigen.

Berühmte britische Gin Destillerien

Die besten Gins der Welt kommen aus Großbritannien und während meiner Zeit in Schottland habe ich tatsächlich viel mehr Gin als Whisky getrunken. Neben den großen, traditionellen Gin Marken gibt es mittlerweile viele Craft Gins aus kleinen Destillerien in einer exzellenten Qualität. Ich stelle euch einige der wichtigsten Gin Marken sowie meine persönlichen Favoriten and britischen (und irischen!) Gins vor.

gin tasting irland

Auch aus Irland gibt es Gin: die Dingle Distillery im Kerry County. Foto: Synke Nepolsky

Klassische britische Gins

Beefeater Gin

Die Geschichte von Beefeater Gin und London sind untrennbar miteinander verbunden. Benannt wurde die Spirituose nach den Wachen des Tower of London, die auch heute noch auf dem Etikett abgebildet sind. Erfunden wurde er 1862 vom Londoner Apotheker John Taylor, der die Chelsea-Destillerie erwarb und von nunan dort den Beefeater Gin produzierte, der schnell sehr populär in London wurde.

Heute gehört Beefeater zum Konzern Pernod-Ricard, wird in Kennington im Süden von London produziert und in Schottland abgefüllt. PS: Mehr über die Gin-Geschichte Londons erfährst du hier bei Totally-London.net.

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Tanqueray Gin

Tanqueray ist eine der ältesten und renommiertesten Gin-Marken. Der höchste seiner Klasse ist der Tanqueray No. Ten, der zu den Spitzengins der Welt gehört. Das besondere bei diesem Gin: kein anderer Gin wird mit ganzen Zitrusfrüchten (und nicht nur mit getrockneten Schalen) hergestellt, was diesem London Dry Gin eine besonders spritzige Note gibt. Ursprünglich wurde Tanqueray im Londoner Stadtteil Bloomsbury hergestellt, heute gehört er zum Weltkonzern Diageo und wird größtenteil in Cameronbridge in Schottland hergestellt.

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Gordon’s wird heute nicht nur in Großbritannien hergestellt, sondern unter Lizenz auch in vielen anderen Ländern der Welt.

Gordon’s Gin

Alexander Gordon, ein Londoner mit schottischen Wurzeln eröffnete 1769 seine Destillerie in London. Das Rezept seines London Dry Gin hat sich bis heute geändert und erfreut sich großer Beliebtheit. Gordon’s ist die weltweit am meisten verkaufte Ginmarke und darf sich sogar mit dem Titel des offiziellen Hoflieferanten der Queen schmücken.

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Craft Gin aus Großbritannien

Isle of Harris Gin – Craft Gin aus Schottland mit Zuckertang

In Schottland durfte ich bei meiner Gastgeberin jeden Abend einen anderen Gin probieren – spannend, dass ich ausgerechnet im Whisky-Paradies Schottland bei Ginliebhabern gelandet war. Mein absoluter Favorit war der Isle of Harris Gin – und das nicht nur wegen der hübschen Flasche. Das besondere am Isle of Harris Gin ist seine Zubereitung mit so genanntem Zuckertang, das von einem Tauchern aus den Gewässern der Äußeren Hebriden von Hand geerntet wird – kein Scherz. Der Isle of Harris Gin schmeckt je nach Trinktemperatur – ob mit Eis oder ohne – anders. Ich mochte ihn sowohl pur ohne Eis als auch mit Eis und Tonic und konnte tatsächlich die würzige Note des Zuckertang herausschmecken.

Brecon Gin – Craft Gin aus Wales

Auch in Wales gibt es Gin, und sogar sehr guten. Der Brecon Gin wird in der Destillerie Pendery hergestellt, die im Brecon Beakons Nationalpark liegt – schon lange ein Sehnsuchtsort von mir, den ich dieses Jahr hoffentlich endlich kennenlernen werde. Das für die Herstellung dieses Gins verwendete Wasser stammt ebenfalls aus dem Nationalpark, die weiteren Zutaten wie Orangenschale, Koriander, Angelikawurz und Muskat hingegen aus der gesamten Welt.

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Dingle Gin – Craft Gin aus Irland

In Irland war die Ginproduktion lange nicht so auf dem Vormarsch wie in Großbritannien – seit einigen Jahren gibt es aber einen wahren Gin Boom. A decent cup of tea Leserin Kerstin empfiehlt darüberhinaus Beara Ocean Gin, Thin Gin, Minke Gin, Glendalough und Ornabragh Gin. Hier findest du eine Liste über alle irischen Gin-Brennereien. Einer der gehypten Gins ist der Dingle Gin, der in Dingle in der Grafschaft Kerry produziert wird. Es handelt sich hierbei um einen klassischen London Dry Gin, der mit Botanicals aus der Umgebung von Dingle angereichert wird. Die Dingle Distillery kannst du im Rahmen von geführten Touren besichtigen, mehr Infos findest du bei Dingle Distllery Tours.

gin tonic wie queen mum

Simpel und gut: ein klassischer Gin Tonic. Foto: Synke Nepolsky

Rezepte für Gin-Cocktails

Pink Gin

Für Pink Gin verwendest du am besten ein „Old-Fashioned“-Glas, also ein kurzes, dickes Glas. Als erstes gibst du einen Spritzer Angostura Bitter hinein und rollst das Glas dann auf der Tischplatte hin und her – so dass sich der Bitter (und somit die rötliche Farbe) über das gesamte Glas verteilt. Dann zwei Finger dick Gin hinzugeben und mit Tonic auffüllen. Idealerweise verwendest du dazu ein Tonic mit Beeren oder Kirschen, das selbst bereits eine pinke Färbung hat, wie zum Beispiel das Thomas Henry Cherry Blossom.

Frozen Gin – Londons trendiger Sommer-Drink

In London kann es im Sommer ungewöhnlich heiß werden – wohl dem der die besten Maßnahmen zum Abkühlen kennt. Eine davon ist der Frozen Gin, momentan der Szene-Drink in Londons Bars und Rooftops. Dazu benötigst du Eiswürfel, die du zunächst im Mixer verkleinerst (oder du kaufst gleich Crushed Ice). Danach den Gin und einen Spritzer Limettensaft hinzugeben, zusätzlich ein wenig Zucker oder Zuckersirup und noch einmal kurz mixen. Die Mischung in ein Glas geben und mit Tonic Water auffüllen.

Queen Mum Gin – Gin, wie ihn Queen Mum am liebsten trank

Queen Mum – wie auch Queen Elizabeth II. ist für ihr Vorliebe zu Gin bekannt. Sie trank ihn am liebsten gemischt mit Dubonnet, einem Vermouth-artigen süßen, mit Kräutern aromatisierten Wein. Für den royalen Gin Longdrink gibst du 2cl Dubonnet und 1 cl Gin in einen Cocktailmixer – stilecht natürlich am besten mit dem Lieblingsgin der Queen und Queen Mum, Gordon’s Gin. Und jetzt heißt es: kräftig schütteln. Diese Mischung gießt du in ein Glas mit Eiswürfeln und garnierst den Drink mit einer Zitronenscheibe. Cheerio, my dear!

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Danke an meine gintastischen Freundinnen Synke, Tatiana und Mirjam, die alle innerhalb von 30 Minuten nach meinem Hilferuf ein Ginfoto auf ihren Handys fanden.

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